Archiv der Kategorie Verfolgung der Bahai

Politiker fordern Religionsfreiheit für Bahai

Donnerstag, den 8. Juni 2006

»Teilnahme an der Fußball-WM ist kein selbstverständliches Recht«

Wallraff Berlin/dpa. Anlässlich der Teilnahme des Iran an der Fußball-WM haben mehrere deutsche Politiker und Autoren den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad zur Achtung der Religionsfreiheit der Bahai aufgerufen. Wie die deutsche Bahai-Vertretung in Berlin am Donnerstag mitteilte, heißt es in einem offenen Brief an den Präsidenten: »Die Teilnahme an diesem internationalen sportlichen Wettstreit ist kein selbstverständliches Recht. Sie geschieht im Rahmen gegenseitiger Achtung und der Anerkennung von Regeln. In Ihrem eigenen Land werden indessen die Rechte ganzer Bevölkerungsgruppen mit Füßen getreten.«

Die iranischen Behörden verwehrten den Angehörigen der Bahai-Religion, die mit über 300 000 Gläubigen die größte religiöse Minderheit im Iran darstelle, systematisch das Recht auf Religionsausübung. Erst im vergangenen Monat seien in der iranischen Stadt Schiras 54 überwiegend jugendliche Bahai festgenommen worden.

SPIEGEL ONLINE: Wie die Mullahs Bahai drangsalieren

Montag, den 5. Juni 2006

Verfolgung der Bahai im Iran bei Spiegel OnlineHeute ist folgender Artikel auf der Titelseite von SPIEGEL ONLINE zu lesen:

Wie die Mullahs Andersgläubige drangsalieren
Von Philipp Wittrock

Seit einigen Wochen geht das iranische Regime mit Massenverhaftungen und Razzien wieder verstärkt gegen Andersdenkende vor. Im Visier haben die Revolutionswächter vor allem die Religionsgruppe der Bahai.

Hamburg – Sie wollten helfen, Gutes tun. Es war der 19. Mai, der dritte Tag des Monats Azamat im Jahr 163 der Bahai, zu Dutzenden waren die Jugendlichen in die Schule in Schiraz im Südwesten Irans gekommen, um benachteiligte Kinder zu unterrichten. Dann kamen die Revolutionswächter. 54 der jungen Lehrer, manche selbst noch Kinder, nahmen sie mit, die schriftliche Erlaubnis des Islamischen Rates für das soziale Projekt interessierte sie nicht. Über die erhobenen Vorwürfe wurde nichts bekannt. Nach wenigen Tagen kamen die meisten der Festgenommenen frei, viele mussten eine Kaution hinterlegen. Drei der Bahai blieben in Haft.

New York Times über die Verfolgung der Bahai im Iran

Samstag, den 3. Juni 2006

Für alle die des Englischen mächtig sind: die NY Times hat über die Verfolgung der Bahai im Iran berichtet (am 1. Juni). Der Artikel kann hier aufgerufen werden. Nur für den Fall, dass er dort nicht mehr lesbar sein sollte, lege ich den Text auch hier ab.

Iran: 51 Bahai gegen Kaution frei

Sonntag, den 28. Mai 2006

Iranische FlaggeNew York, den 26. Mai 2006 (BWNS) – Nach ihrer Verhaftung am 19. Mai in Schiraz, Iran, sind drei Bahai weiterhin im Gefängnis, während 51 andere gegen Kaution frei gelassen wurden. Es liegen keine Hinweise vor, wann die Drei frei gelassen werden. Weder die Freigelassenen noch die drei in Haft Befindlichen wurden formell angeklagt.

Am Tag der Verhaftung wurde ein Bahai unter 15 Jahren ohne Hinterlegung einer Kaution frei gelassen. Gleichzeitig wurden einige andere Jugendliche, die nicht Bahai sind und zusammen mit den Bahais verhaftet worden waren, ohne Kaution frei gelassen.

Am Mittwoch, den 24. Mai, fünf Tage nach ihrer gemeinsamen Verhaftung, wurden 14 Bahai frei gelassen, nachdem sie die geforderten Grundbucheinträge von Besitztümern im Wert von 10 Millionen Tuman (ca. US $ 11,000) als Sicherheit hinterlegt hatten. Am folgenden Tag, Donnerstag, den 25. Mai, wurden 36 Bahai gegen Hinterlegung persönlicher Bürgschaften oder Arbeitslizenzen als Sicherheit, dass sie auf Vorladung vor Gericht erscheinen, entlassen.

54 Bahai im Iran verhaftet

Donnerstag, den 25. Mai 2006

Iranische FlaggeNew York, den 24. Mai 2006 — Wie die Internationale Bahai-Gemeinde erfuhr, wurden in der Stadt Schiraz 54 Bahá’í von Regierungsbeamten verhaftet. Es handelt sich überwiegend um Jugendliche, die zum Zeitpunkt ihrer Festnahme an einem sozialen Projekt mitarbeiteten. Dies ist seit den 80-ger Jahren eine der größten Gruppen gleichzeitig verhafteter Bahai. Die genauen Anklagepunkte sind unklar, wobei in der Vergangenheit Bahai gruppenweise aufgrund falscher Anklagen verhaftet wurden.

Karte vom IranDie Verhaftungen ereigneten sich am Freitag, den 19. Mai während die Bahai und mehrere Nicht-Bahai im Rahmen eines sozialen Projektes, das von einer lokalen Nicht-Regierungsorganisation durchgeführt wurde, sozial benachteiligte Kinder in einer Schule ehrenamtlich unterrichteten. Zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung waren sie im Besitz einer schriftlichen Erlaubnis des Islamischen Rates von Schiraz. In jeder Klasse hatten sie dieses Genehmigungsschreiben bei sich. Die Anklagepunkte gegen die Bahai sind bislang nicht bekannt. Am Tag nach der Verhaftung teilte ein Richter den Angehörigen mit, dass die Gefangenen bald freigelassen würden. Bis gestern sind offenbar alle Nicht-Bahai sowie ein Bahai-Jugendlicher unter 15 Jahren ohne Hinterlegung einer Kaution freigelassen worden.

taz-Bericht: Die falsche Religion

Mittwoch, den 17. Mai 2006

IranAUS TEHERAN NAFISA TEHRANI

Hätte man in Babaks Herrenhandtasche ein rohes Ei geschmuggelt, so wäre es mindestens gekocht, dann gebraten, schließlich verbrannt und vor allem platt wie ein Blatt Papier. Derart presst er diese hellbraune Tasche — Kunstleder, Baujahr 78, postrevolutionär — in seine Achselhöhle. Irgendwohin muss er seine Anspannung ja drücken. Seinen Arm hält Babak angewinkelt, als werde er von einem unsichtbaren Gips gehalten. Als er ins Auto steigt, legt er die Tasche auf ihren Platz, ein Fach im Armaturenbrett, und fährt los. Man muss kein Navigationssystem sein, um zu merken, dass Babak verschwenderische Umwege fährt. Wo es denn hingehe, fragt die Besucherin. Zum Ziel, beruhigt er sie und lächelt freundlich in Fahrtrichtung. Das Gespräch nimmt seinen Lauf.

Und wieder Iran

Sonntag, den 7. Mai 2006

Iranische FlaggeEin interessanter Artikel einer persischen Frau über die UN-Sonderberichterstattering Asma Jahangir, ihren Bericht über die Verfolgung der Bahai im Iran und interessante Hintergründe zu beiden findet sich im Web unter www.iranian.ws/iran_news/publish/article_15259.shtml.

Iran III: Präsident Bush besorgt über die Lage der Bahai im Iran

Donnerstag, den 30. März 2006

Iranische FlaggeGanz frisch eine Meldung aus dem Weißen Haus, nach der — aus Anlass des Berichts der UN-Sonderberichterstatterin — die US-amerikanische Regierung und der Präsident erneut ihre Besorgnis über die Entwicklung der Situation der Bahai im Iran zum Ausdruck gebracht haben. Man wolle auch andere Länder dazu aufrufen, sich über ihre Botschaften und Verbindungen im Iran für die Bahai einzusetzen. Eine Mitschrift der Pressekonferenz kann hier eingesehen werden.

Iran II: Die Presse in Sorge über die Verfolgung der Bahai

Dienstag, den 28. März 2006

Iranische FlaggeHier drei sehr interessante Links, welche die neuerdings immer beunruhigender werdende Situation der Bahai im Iran aufgreifen.

Zum Einen ein Kommentar in der als Blog daherkommenden Internet-Kolumne von Ruth Gledhill, einer Religions-Korrespondentin der TIMES. Sie schreibt, dass sie auf das Schicksal der Bahai im Iran aufmerksam macht, damit sie nicht zum »Kartell des Schweigens« gehört, damit sich die dunkelnsten Momente der Menschheit — Holocaust — nicht wiederholen, die unter anderem wegen des “Schweigens und der Indifferenz der ganzen Welt gegenüber dem Schicksal der Juden” möglich wurden.

Asma JahangirAußerdem der Link zur Presseerklärung bezüglich des Berichts der UN-Sonderbeauftragten für Glaubens- und Religionsfreiheit, Asma Jahangir, über die Situation der Bahai im Iran (UNHCHR, englisch — siehe auch »Beunruhigender UN-Bericht über die Situation der Bahai im Iran«), und eine weitere Presseerklärung direkt vom “News Centre” der Vereinten Nationen (UN, englisch).

Beunruhigender UN-Bericht über die Situation der Bahai im Iran

Mittwoch, den 22. März 2006

Iranische FlaggeHeute musste ich dem Bahai World News Service (BWNS) eine besorgniserregende Nachricht entnehmen: Die Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen für Religionsfreiheit, Asma Jahangir, hat ihre große Besorgnis über Aktionen der iranischen Regierung der Bahai im Iran zum Ausdruck gebracht, nachdem ein Militär-Geheimpapier vom 29. Oktober 2005 bekannt geworden ist, das erklärt, der oberste religiöse Führer, Ayatollah Khamenei, habe angeordnet, alle Personen zu identifizieren, die Bahai seien, und diese engmaschig zu überwachen. Die Sonderberichterstatterin äußerte die Sorge, dass die gewonnen Informationen für eine stärkere Verfolgung und Diskriminierung der Bahai im Iran genutzt werden könnten. Die ganze Nachricht und Hintergründe können Sie hier lesen, den Bericht der Sonderberichterstatterin finden Sie hier.

Kieler Studenten informieren über die Verfolgung der Bahai im Iran

Samstag, den 18. Februar 2006

Studenten der Kieler Universität berichten über die noch immer stattfindende massive Verfolgung von Anhängern des Bahá’í-Glaubens im Iran. Lesen Sie dazu den Artikel aus den Kieler Nachrichten vom 01.02.2006:

Kiel – Studenten recken friedlich Plakate für Demokratie und Freiheit in die Höhe. Polizisten schlagen brachial mit Knüppeln auf sie ein. Viele werden verhaftet, verurteilt und manche im Gefängnis zu Tode gefoltert – Szenen aus dem Dokumentarfilm “Iran Undercover. The Hidden Revolution”.

Mit solchen bedrückenden Bildern leitete die Kieler Hochschulgruppe von “amnesty international” (ai), unterstützt vom AStA, einen Schwerpunktabend zur Situation der Menschenrechte in der Islamischen Republik Iran ein. Auf dieses Land, in dem die Scharia, das islamische Recht, gilt und die Todesstrafe zahlreich verhängt wird, richtet die ai-Gruppe um Anke Scheid, Vanessa Thiede und Jochen Scheuermann derzeit neben Weißrussland ein besonderes Augenmerk. Verletzungen der Menschenrechte sind im Iran an der Tagesordnung. Wiederholt verurteilten die Vereinten Nationen das Regime.