Archiv der Kategorie Spirituelle Themen

Siehe, es ging ein Sämann aus, zu säen…

Dienstag, den 27. Juni 2006

SaatGestern Abend hatten wir wieder unsere Andachtsversammlung. Dabei werden jeden Monat mit musikalischer Untermalung Zitate aus den Heiligen Schriften der großen Religionen gelesen, jeweils zu unterschiedlichen Themen. Der gestrige Abend drehte sich um das Wesen der Seele: was sie ist, woher sie kommt, wohin sie geht und was ihr zum Wachstum verhilft. Es war wirklich sehr sehr schön, vor allem, weil mir wieder bewusst wurde wie ähnlich sich die Religionen in diesen essentiellen Fragen doch sind. Es ist immer wieder eine Wohltat, dies zu spüren; vor allem in einer Zeit heftigster tagespolitischer Streitereien, bei welchen es mehr um Machtgewinn als um geistige Wahrheiten geht.

Gebet-Gedicht

Sonntag, den 25. Juni 2006

Gebet zu Dir

Ich stehe hier
Ich will von Dir
Dass Du mich liebst
Dass Du mir gibst
Alles, was ich will.

Ich will – was wollt’ ich doch?
Ich steh’ – wo stand ich noch?
Dass Du mich liebst
Dass Du mir gibst
Alles, was Du zu geben hast.

Du willst – was willst Du denn?
Du stehst – wo stehst Du, wenn
ich Dich lieben will
ich Dir geben will
Alles, was Du mir gabst.

Johannes Rosenbaum

Ein bewegendes Gedicht

Montag, den 1. Mai 2006

von der persischen Dichterin Tahirih

Auf deiner Liebe Weg,
verliebt und heimgesucht bin ich.
Wie lange widersprichst du mir?
Mit Gram um dich vertraut bin ich.
Dein Antlitz hast verschleiert du,
die Locke hast geringelt du,
hast dich von allen hier getrennt – von allen nun getrennt bin ich.

Die Milch bist du, der Zucker bist du,
der Zweig bist du, die Frucht bist du,
der Mond bist du, die Sonne bist du,
ein Stäubchen, ein Atom bin ich.

Naw Ruz!

Sonntag, den 19. März 2006

FrühlingMorgen ein letztes Mal hungern und dürsten (jedenfalls in diesem Jahr): dann ist die Fastenzeit vorüber und mit dem letzten — in aller Regel mit der ganzen Gemeinde gemeinsam gefeiertern — Fastenbrechen beginnt für die Bahai das neue Jahr, Naw Ruz, das am selben Abend fröhlich ausgelassen gefeiert wird. Es passt in die Jahreszeit, mit dem langsamen Erblühen des Frühjahrs beginnt auch eine neue Zeit für jeden einzelnen.

Der Hauch Seiner Güte

Sonntag, den 12. März 2006

Windhauch“O Sklave dieser Welt! Zu mancher Morgenstunde wehte der Hauch Meiner Güte über dich hin und fand dich tief schlafend auf dem Lager der Achtlosigkeit. Weinend über deine Lage kehrte er zurück, woher er gekommen.” (Bahaullah, DIE VERBORGENEN WORTE)

Dieses Zitat öffnet mir jeden Morgen während der Fastenzeit die Augen für eines der schönsten Geschenke: Den Hauch Seiner Güte, den ich beim frühen Aufstehen ganz besonders spüre. Ich habe mich als nicht-Bahai entschlossen das Fasten zu halten und bin sehr froh über diese Entscheidung. Die Herausforderung dieses Fastens liegt für mich nicht in dem Verzicht auf Essen und Trinken oder im frühen Aufstehen sondern für mein Fasten vor meinen nicht-religiösen Mitmenschen auf Arbeit, im Freundeskreis und in der Familie einzustehen. In diesen Augenblicken ist es schön zu wissen, dass einige Millionen Bahais zum selben Zeitpunkt ebenfalls fasten.

Ein Bericht aus der Fastenzeit

Donnerstag, den 9. März 2006

Latte MacchiatoIn zwanzig Minuten…..
…..werde ich einen Cafe Latte trinken, eine Portion Butter Chicken beim Inder holen, drei Liter Wasser und dann noch einen Cappucino trinken. Bis dahin werde ich diesen Artikel geschrieben haben und abspeichern. In zwanzig Minuten ist “ES” vorbei, ich werde keinen Hunger haben. Und das war es?

Abdu’l-Bahá erklärt, dass Fasten „ein Sinnbild von Gelüsten und eine Mahnung an diese“ ist. „Das heißt, wie sich jemand von Gaumenreizen enthält, soll er sich von Selbstsucht und selbstischen Begierden enthalten.“ Ein Sinnbild verleiht einem Wert, einem Prinzip oder Gedanken eine körperliche Hülle und hat dann einen hohen symbolischen Wert. So wird als Sinnbild der Hoffung der Anker, für den Frieden dient der Ölzweig als Allegorie. Für sich genommen sind es einfache körperliche Gegenstände, die vergehen und in verschiedenen Erscheinungen auftreten. Aus sich heraus können sie weder Hoffnung noch Frieden schaffen.