Archiv der Kategorie Nachrichten & Hintergründe
Donnerstag, den 12. April 2007
Nach mehrmonatiger Arbeit haben einige Freunde und ich Anfang April unter www.weltreligionsforum.de ein neues interreligiöses Forumeröffnet. Die neue Plattform dient dem religiösen Dialog. Denn nur wenn man die Ansichten und Lehren anderer Religionen kennt, ist ein vernünftigerer, toleranterer Umgang mit andersgläubigen Mitmenschen möglich. Neben religiösen Themen bietet sich auch die Möglichkeit auf soziale Tätigkeiten (z.B. peoples theater) hinzuweisen oder Veranstaltungen (wie z.B. Ruhi-Kurse etc.) mit religiösem Hintergrund bekanntzugeben.
Da die Mühe nicht völlig umsonst gewesen sein soll und das Forum rasch Bekanntheit und Wachstum erlangen soll, benötigen wir so viele Mitglieder wie möglich! Wichtiger als eine reine Registrierung — selbstverständlich kostenlos — ist die Teilnahme an den Diskussionen, die den »Lebensstrom« bilden. Klingen diese ab, ist das Projekt zum Scheitern verurteilt. Wenn der ein oder andere Leser bereit wäre mitzuwirken (z.B. als Moderator), so würden wir uns sehr darüber freuen!
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Dienstag, den 10. April 2007
Auf den Tag genau 94 Jahre nach dem historischen Besuch Abdul-Bahas in Bad Mergentheim im April 1913 wurde am 7. April im Kurpark unweit der Tauber in Bad Mergentheim ein Gedenkstein enthüllt, der an diesen Besuch erinnert. Einen solchen Gedenkstein gab es — von 1916 bis 1937 — schon einmal, aber er wurde von den Nationalsozialisten zerstört. (Rechts ein Bild von dem noch verhüllten Gedenkstein [gefunden auf bahai.de] — wer ihn in voller Pracht sehen will, muss schon selbst hinfahren
).
Heute kann man von der Feierlichkeit zur Enthüllung dieses Gedenksteins einen schönen Bericht unter dem freundlichen Titel »Eine beispielhaft tolerante Religion« in den Fränkischen Nachrichten lesen. Und natürlich auch im Folgenden bei uns! Außerdem gibt’s einen lesenswerten Bericht bei OnePlanet (wer hier schaut, kann sich übrigens die Fahrt ins wunderschöne und von Abdul-Baha wegen seines Klimas gelobte Bad Mergentheim sparen — es gibt ein Bild vom enthüllten Stein).
Eine beispielhaft tolerante Religion
Bahá’i-Gemeinde setzte im Kurpark Gedenkstein zu Ehren von Abdu’l Bahá
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Montag, den 9. April 2007
Die erschreckenden Nachrichten aus dem Iran reißen nicht ab: jetzt wendet sich der blinde Fanatismus der iranischen Regierung gegen die Schwächsten der Gesellschaft: die Kinder. Allein im letzten Monat wurden über 150 Vorfälle von Schikane, Verunglimpfungen, Demütigungen und Misshandlungen durch Lehrer und Schulbeamte gegen Schüler aller Altersgruppen bekannt. Im schlimmsten Fall wurde ein Kind mit verbundenen Augen geschlagen. Grund: ihre Zugehörigkeit zur Bahai-Gemeinde.
Die Nachricht über diese ungeheuerlichen Vorfälle verbreitet sich nur recht zögerlich. Neben den üblichen Quellen der Bahai (offizielle deutsche Website | englischsprachiger »Bahai World News Service) widmet der Wiener Standard in seiner heutigen Ausgabe dem Thema seine Aufmerksamkeit. Wie immer kann der Text auch gleich hier bei uns gelesen werden:
Angehörige der Bahai-Religion systematischer Verfolgung ausgesetzt
Auch Schulkinder im Visier — Bahai gelten als ungeschützte Ungläubige
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Dienstag, den 3. April 2007
Die Fraktion der Grünen im Deutschen Bundestag hat nach einer heute veröffentlichten Mitteilung des Aktualitätendienstes »heute im Bundestag« (hib) am 22.3.2007 eine kleine Anfrage in den Deutschen Bundestag eingebracht, mit der sie Informationen über die Lage der Bahai in Ägypten und die Haltung der Bundesregierung zu dieser Frage erbittet (BT-Drucksache 16/4815 | englische Übersetzung hier). Wir sind bemüht, hier auch die Antwort der Bundesregierung zu veröffentlichen, sobald sie verfügbar ist.
Der Einfachheit halber kann der volle Text der kleinen Anfrage natürlich auch hier gelesen werden:
Deutscher Bundestag Drucksache 16/4815
16. Wahlperiode 22. 03. 2007
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Volker Beck (Köln), Marieluise Beck (Bremen), Alexander Bonde, Dr. Uschi Eid, Thilo Hoppe, Ute Koczy, Kerstin Müller (Köln), Winfried Nachtwei, Omid Nouripour, Claudia Roth (Augsburg), Rainder Steenblock, Jürgen Trittin und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Menschenrechtliche Lage der Baha’i in Ägypten
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Montag, den 26. März 2007
Gelesen auf der Webseite der amerikanischen Gemeinde
Das Oberste US-Verfassungsgericht hat, vor einiger Zeit, in der berühmten Entscheidung Brown v. Board of Education das Prinzip “getrennt und doch gleich” (das die Rassentrennung legitimierte) für verfassungswidrig erklärt. Aber dieser Entscheidung sind andere Etappen vorausgegangen, und unter anderem der Fall Sweatt v. Painter.
Die Geschichte von Heman Marion Sweatt, afro-amerikanischer Bahai und Jura-Student, der die Erlaubnis in eine “weisse” Universität aufgenommen zu werden erkämpft hat, ist ein schönes Beispiel für das klare Verständnis jener Treue, die jeder Bahai seiner Regierung schuldet. Treue ist einer legitimen Regierung geschuldet, die gerechte Entscheidungen trifft. Würde aber jeder Einzelne tagtäglich über die Legitimität und Gerechtigkeit entscheiden, würde höchstwahrscheinlich keiner zum selben Ergebnis kommen. Manchmal entscheiden Bahai-Institutionen, ob einer Regierung gehorcht werden soll oder nicht. Beispielsweise in Ägypten in den 60er Jahren, oder im Iran, haben die Gemeinden ihre Institutionen, ihre Gemeindeordnung, aufgelöst. Wenn die dortigen Entscheidung unter Umständen manchmal als nicht gerecht erscheinen können, sind die Regierung nichtsdestotrotz legitim (z.B. in einem ordnungsgemäßen Verfahren gewählt).
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Freitag, den 23. März 2007
In England sind die Spitzenpolitiker aufmerksam genug, um auch den dortigen Bahai zum Neujahrsfest (Naw Ruz) regelmäßig freundliche Glückwünsche zu übersenden. Bis das auch in unserem schönen Land eines Tages passiert, müssen wir uns an den englischen Texten laben
, die ich niemandem vorenthalten möchte.
Zunächst die diesjährigen Wünsche des Premierministers Tony Blair:
MESSAGE FROM THE PRIME MINISTER, THE RT HON. TONY BLAIR MP
March 2007
It gives me great pleasure, once again, to send my best wishes to the Bahai
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Freitag, den 16. März 2007
Vor einigen Tagen bin ich auf diesen (englischen) Filmbeitrag bei Google Video aufmerksam geworden, der 27 Jahre alt ist. Er dokumentiert die Verfolgung der Bahai im Iran. Der erschütternde Bericht erzählt von Hinrichtungen ebenso wie vom Ausschluss der Bahai von Schulen, Universitäten, dem öffentlichen Dienst und vielem mehr. Er enthält die lächerlichen, ja geradezu höhnischen Begründungen des damaligen iranischen Botschafters bei den Vereinten Nationen, die für die blutigen Progrome an den Bahai im Iran — bis heute — herhalten müssen. Seit 27 Jahren hat sich an all dem nichts geändert. Das treibt mir wirklich die Wut in den Bauch.
Wenn ich dieser Tage darum werbe, dass man — Politiker, Professoren, Medien — sich für die Bahai im Iran einsetzen möge, dann bekomme ich gleichsam zwischen den Zeilen immer wieder zu hören, dass sich die Situation doch gebessert habe — hingerichtet werde ja niemand mehr. Und dass die jungen Bahai von Schule und Universitäten ausgeschlossen werden, sei ohne Zweifel bedauerlich, aber… jedenfalls habe man derzeit andere Prioritäten.
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Dienstag, den 6. März 2007
Die Vertretung der Studierenden der Leipziger Universität hat in einem Offenen Brief gegen die Diskriminierung der Bahá’í beim Hochschulzugang im Iran protestiert. In dem Brief, der an den Obersten Rechtsgelehrten der Islamischen Republik und an den Minister für Wissenschaft gerichtet ist, beklagen die Studenten die Verweigerung des Rechts auf Bildung für angehörige des Bahai-Glaubens im Iran.
»Im Rahmen seiner Aufgabe zur Pflege der internationalen Beziehungen zwischen StudentInnen verurteilt der StudentInnenRat der Universität Leipzig hiermit die Verweigerung des Rechts auf höhere Bildung auf Grund von Religionszugehörigkeit durch die iranische Regierung«, schreiben die Leipziger in dem Offenen Brief und verweisen auch darauf, dass der Iran die Internationale Erklärung der Menschenrechte mit unterzeichnet hat.
Der Leipziger StudentInnenrat fordert das gleiche Recht auf höhere Bildung für alle Menschen im Iran und appelliert mit dem Brief an die Regierung der Islamischen Republik Iran, die Diskriminierung der Bahá’i bei der Aufnahme eines Studiums zu beenden und den Hochschulzugang unabhängig von der Religionszugehörigkeit zu gewährleisten.
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Freitag, den 2. Februar 2007
Ist das nicht eine hübsche Briefmarke? Philatelisten mögen da unterschiedlicher Auffassung sein, aber ich finde es schön, welche Botschaft mit der Marke transportiert wird: »Gott ist die Quelle aller Religionen« liest man da oben im roten Balken. Dann sieht man die Symbole der 11 im Kongo vertretenen Religionsgemeinschaften (mittig oben: der »Bahai-Stern«). Und im Zentrum des Orbits, um den die Symbole der Religionen kreisen, steht ein Wort aus dem Schrifttum Bahaullahs: »So machtvoll ist das Licht der Einheit, daß es die ganze Erde erleuchten kann.«
Deswegen: eine wunderschöne Briefmarke!
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Donnerstag, den 28. Dezember 2006
Einen wunderschönen guten Tag allerseits! Ich will EINBLICKE zwar nicht zu einer Presseschau machen, denn eigentlich soll’s ja um persönliche Eindrucke/Erfahrungen/… als und mit Bahai, in der Gemeinde und dergleichen gehen — aber ich kann nicht widerstehen, weil sicher viele interessiert, dass der FOCUS in seiner Printausgabe 48/2006 in der Rubrik “MODERNES LEBEN” (also ganz passend!) ein Interview mit Professor Peseschkian, dem Begründer der »modernen positiven Psychotherapie«, veröffentlicht. In der Info über ihn steht auch, dass er Bahai ist. Für Interessierte ist der Beitrag als PDF-Datei hinterlegt.
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Donnerstag, den 21. Dezember 2006
Eben entdeckt: eine Presseerklärung der Sprecherin für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion,
Erika Steinbach MdB zur Verfolgung der Bahai im Iran:
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Mittwoch, den 20. Dezember 2006
Shila, die bisweilen auch für BAHAI EINBLICKE schreibt, kommt auch in dem Blog-Beitrag der Hamburger Journalistin der Tageszeitung DIE WELT und Kulturwissenschaftlerin Kathrin Ludwig, 26, vor. Letztere lebt zurzeit für sechs Monate in Israel: sie studiert an der Tel Aviv University Kultur und Geschichte des Nahen Ostens. Gefördert wird ihr Aufenthalt in Israel durch das Stipendium »Trialog der Kulturen« der Herbert-Quandt-Stiftung. Shila und Kathrin trafen sich während Shilas Pilgerreise — das Folgende ist das Resultat, das in Kathrins Tagebuch nachzulesen ist:
»Der Schlüssel zur Lösung des Nahostkonflikts liegt in den Händen der Mütter,« sagte der Vater meiner Freundin Shila aus Hamburg vor wenigen Tagen zu mir. An seine Worte musste ich seitdem oft denken. Shila und ihr Vater sind Bahá’í und zu Besuch in Haifa, dem geistigen Zentrum der jüngsten Weltreligion.
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Samstag, den 16. Dezember 2006
Traurige Nachrichten diesmal aus Ägypten: nachdem zwischenzeitlich aufgrund eines Urteils eines Verwaltungsgerichts Hoffnung bestand, dass die Bahai ihre Religionszugehörigkeit in Ausweisdokumenten würden eintragen können, hat heute (16.12.) das oberste Verwaltungsgericht des Landes abschließend gegen ein klagendes Bahai-Ehepaar geurteilt. Das erste Urteil des (unteren) Verwaltungsgerichts hatte eine breite politische und gesellschaftliche Debatte ausgelöst, die in Parlament und Medien insbesondere von fanatischen Muslimen leidenschaftlich geführt wurde. Die Entscheidung bedeutet, dass die Bahai entweder bezüglich ihrer Glaubenszugehörigkeit lügen — eintragungsfähig sind allein drei Religionszugehörigkeiten: jüdisch, christlich, islamisch — oder auf Ausweispapiere verzichten müssen. Der Verzicht auf Ausweispapiere bedeutet wiederum fast völlige Entrechtung: kein Zugang zu Schulen für Bahai-Kinder, keine medizinische Versorgung, kein Eigentumsrecht, kein Bankkonto — oder kurz: keine Bürgerrechte.
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Mittwoch, den 13. Dezember 2006
Wer die beiden anderen Werke von Marita Schröder kennt, wird sicherlich auch von ihrem dritten Werk gehört haben. »Liebe« ist der letzte Teil einer Trilogie, welche laut Zerbster Generalanzeiger vom 1. November 2006 »…Wege zu Gott beschreibt und in unserer komplizierten Zeit, in der wir Menschen uns voneinander und vom Wesen unseres eigentlichen Seins zunehmend zu entfernen drohen, nach den Grundlagen und somit nach dem Sinn eines menschenwürdigen Lebens fragt.« Das Oratorium wurde in der Zerbster Stadthalle unter der Schirmherrschaft des Zerbster Bürgermeisters Helmut Behrendt uraufgeführt.
Tagelanges intensives Proben war dem bedeutenden Abend der Uraufführung vorangegangen und am 21. Oktober war es dann abends soweit: Etwa 280 Zuschauer waren Zeuge eines emotional mitreissenden Werkes, welches seine Tiefe direkt durch Einbeziehung der Heiligen Schriften Bahaullahs und auch Abdul-Bahas als Texte des Werkes erhält.
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Dienstag, den 5. Dezember 2006
Ich hatte heute abend das Glück, zu einem Treffen der Stiftung 20. Juli 1944 (Attentat auf Hitler durch Stauffenberg) eingeladen zu sein, an dem Wibke Bruhns aus ihrem Buch »Meines Vaters Land« las und Fragen beantwortete.
Das Buch hatte ich bereits vor 2 Jahren gelesen und kann es generell nur jedem empfehlen, der die Menschen im dritten Reich verstehen will. In dem Buch geht es um die Familie der Autorin und ihr Verhalten unter Hitler.
Ihr Vater wurde als Mitverschwörer des 20. Juli 1944 im August 1944 hingerichtet, obwohl er anfangs von Hitler begeistert war. In ihren Recherchen um zu verstehen wie es dazu kam — warum er anfangs begeistert war und warum er sich dann entschied, gegen Hitler zu kämpfen — beginnt sie interessanterweise bei ihrem Urgroßvater und zeichnet so ein sehr klares Bild davon, wie Generationen sich weiterentwicklen, aber auch wie sie sich beeinflussen, und wie sie sich durch ihre Umwelt mitreißen lassen.
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