Glossar
Wie jede menschliche Gemeinschaft, so haben auch die Bahai für bestimmte Ideen, Glaubenssätze oder Aktivitäten eigene Bezeichnungen entwickelt, die manchmal etwas seltsam anmuten können. Damit der geneigte Leser auch diese “kodierten” Begriffe versteht, soll dieses Glossar eine “Übersetzungshilfe” bieten!
Ihre/Eure Administratoren
Andachtsversammlungen: ein Angebot der meisten Bahai-Gemeinden: es wird aus den Heiligen Schriften und Gebeten der verschiedenen Religionen gelesen. (Siehe auch » Kernaktivitäten)
Ayyam-i-Ha: Dies sind nach dem » Bahai-Kalender die sogenannten “Eingeschobenen Tage”; vier (bzw. im Schaltjahr fünf) Tage, die vor dem letzten Bahai-Monat (» Fastenzeit) liegen (26. Februar bis 1. März). An diesen Tagen sind die Bahai aufgefordert, sich selber, ihren Verwandten und Freunden, aber auch armen, kranken und bedürftigen Menschen besonders große Freude und Herzlichkeit zu schenken. Oft werden diese Tage genutzt, um Freunde und Verwandte zu besuchen. Viele Familien beschenken auch ihre Kinder während der Ayyam-i-Ha Tage. Manche Familien oder Gemeinden nutzen diese Zeit für karitative Projekte.
Fastenzeit: Die Bahai-Fastenzeit dauert jedes Jahr vom 2. bis 20. März, dem gesamten letzten Monat des » Bahai-Kalenders, woraufhin am 21. März das neue Jahr (» Naw Ruz) gefeiert wird. Während der Fastenzeit essen und trinken die Bahai nur vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang.
Haifa/Israel: Israel ist auch für die Bahai Heiliges Land. Allerdings befindet sich das geistige Zentrum — also die Heiligen Stätten — der Bahai nicht in Jerusalem, sondern in der Region um Akka und » Haifa; in » Haifa ist auch das administrative Zentrum der Bahai angesiedelt.
Institutskurse: Kurse, welche die Gelegenheit bieten, sich in einer Gruppe intensiver mit dem Bahai-Gedankengut zu vielfältigen Fragen des Lebens und des Seins zu beschäftigen. Die Basis dieser Kurse ist meist das Bahai-Schrifttum, die Themen sind unterschiedlich. Bei diesen Kursen gibt es keinen Lehrer, sondern immer „nur“ einen Moderator. Eine besondere und häufige Form des Instituskurses ist der Ruhi-Kurs (Siehe auch » Kernaktivitäten; » Ruhi)
Jahr des Dienstes: Bahai-Jugendliche (aber auch Erwachsene) können zu einem Zeitpunkt ihrer Wahl ein sog. Jahr des Dienstes absolvieren. Häufig machen Jugendliche dies in der Übergangsphase zwischen Schule und Ausbildung/Studium. Diese Zeit kann man in fremden Ländern verbringen, um dort die örtlichen Bahai-Gemeinden in ihren Aktivitäten oder bei sozialen Projekten zu unterstützen, oder aber man bleibt in seinem Heimatland und widmet dort seine Zeit lokalen Projekten oder anfallenden Aufgaben. Manche Jugendliche verbringen ihr Jahr des Dienstes auch in » Haifa (Israel), wo die Bahai ihr administratives Zentrum unterhalten.
Juniorengruppen: Gruppen, in welchen sich Junioren (11-14 Jahre) zusammenschließen, um wichtige Fragen des Lebens und religiöse Themen zu diskutieren. Daran können sowohl Bahai wie auch nicht-Bahai Junioren teilnehmen. (Siehe auch » Kernaktivitäten)
Kalender: Der Bahai-Kalender besteht aus 19 Monaten zu jeweils 19 Tagen, und beginnt am 21. März mit dem neuen Jahr (» Naw Ruz). Die übrigen vier (bzw. fünf) Tage werden vor dem letzten Monat (» Fastenzeit) eingeschoben und nennen sich die » “Eingeschobenen Tage” (Ayyam-i-Ha).
Kernaktivitäten: die örtlichen Bahai-Gemeinden weltweit konzentrieren sich auf einige sog. Kernaktivitäten, die ein Angebot für die gesamte Bevölkerung des jeweiligen Ortes darstellen sollen. Dazu gehören » Andachtsversammlungen, » Institutskurse, » Kinder- und » Juniorengruppen.
Kinderklassen: Klassen für Kinder, bei welchen die verschiedenen Religionen vorgestellt, Tugenden gelehrt, Gebete gesprochen und auswendig gelernt, wie auch Lieder moralischen Inhalts gesungen und kooperative Spiele gespielt werden. (Siehe auch » Kernaktivitäten)
Naw Ruz [sprich: nou-ruus]: Am 21. März beginnt nach dem » Bahai-Kalender das neue Jahr. Dieser Tag wird auf persisch auch Naw Ruz (“neuer Tag”) genannt und ist einer der neun Bahai-Feiertage. Üblicherweise begehen die Bahai diesen Feiertag mit ihrer Familie, ihrer Gemeinde und ihren Freunden. In vielen Familien werden an diesem Tag auch Geschenke ausgetauscht.
Lehren: in der Bahai-Religion gibt es keine offensive Mission. „Lehren“ ist ein Ausdruck dafür, anderen Menschen die Bahai-Lehre zu verkünden.
Pflichtgebet: In der Bahai-Religion gibt es drei Pflichtgebete, ein kurzes, ein mittleres und ein langes. Der/die Gläubige (ab 15 Jahre) ist verpflichtet, jeden Tag jeweils eines seiner Wahl zu sprechen. Das lange und das mittlere Pflichtgebet werden von Bewegungen begleitet, welche Anbetung zu Gott, Demut und Ehrfurcht ausdrücken.
Pilgerreise: eine Reise ins Heilige Land oder an andere Heilige Stätten der Bahai nennt man eine Pilgerreise. Meistens ist damit eine neuntägige Reise nach » Haifa/Akka gemeint, wo die Bahai Gast der Gemeinde sind und an Führungen zu den verschiedenen historischen Stätten der Bahai-Geschichte teilnehmen können, um die Geschichte ihres Glaubens zu erleben. Sie haben dort auch die Gelegenheit, an den Heiligen Stätten zu beten und zu meditieren.
Pionieren: ein Bahai, der in Länder/Orte zieht, in denen die Bahai-Gemeinde Unterstützung braucht, wird „Pionier“ genannt.
Reiselehrer: Bahai, die in ein Land oder einen Ort ihrer Wahl reisen, um dort die Bahai-Gemeinden zu unterstützen bzw. die Bahai-Lehre zu verkünden.
Ruhi: eine Form des » Institutskurses (ursprünglich aus Kolumbien); eine Kursfolge von verschiedenen Büchern, mit deren Hilfe die Teilnehmer und ein Moderator sich mit verschiedenen geistigen und gesellschaftlichen Themen näher beschäftigen. Das Material basiert auf dem Bahai-Schrifttum.
Ridvan [sprich: res-wan]: die Zeit zwischen dem 21. April und 2. Mai hat für die weltweite Bahai-Gemeinde eine besondere Bedeutung. Ridvan ist das höchste Fest und erinnert daran, dass im April 1863 Bahaullah, der Stifter der Bahai-Religion, erstmals im Garten Ridvan (bei Bagdad) öffentlich seine Botschaft verkündete. Während dieser Zeitspanne gibt es drei besonders herausragende Feiertage: 21. April, 29. April und 2. Mai. Außerdem werden jedes Jahr am 21. April (bzw. am Vorabend) weltweit in allen Bahai-Gemeinden die örtlichen Geistigen Räte gewählt.





