Was ist Bahai?
Für den eher zufälligen Besucher dieser Seiten haben wir hier eine Reihe von Stichpunkten niedergeschrieben, die Bahai nennen, wenn man sie um eine kurze Beschreibung ihres Glaubens bittet. Anspruch auf Vollständigkeit erhebt diese Sammlung nicht — wenn Sie sich grundlegend informieren möchten, besuchen Sie bitte einen der am Ende dieser Seite angegebenen Links.
Lehre
- Es gibt nur einen Gott.
- Alle Religionen stammen von diesem einen Gott.
- Die Religionen werden den Menschen geschickt, um Frieden zu stiften.
- Ihre Lehre ist gleichzeitig ewig und vergänglich. Ewig ist der mystische Gehalt der Religion, der sich jedoch auf unterschiedliche Art und Weise in den verschiedenen Religionen manifestiert. Da die Menschheit sich immer weiter entwickelt, muss sich auch die Religion entwickeln. Wie alles in der stofflichen Welt haben bestimmte gesellschaftliche Aspekte der Religion ein »Verfallsdatum«: Sie gelten jeweils für ein Zeitalter. Dann sendet Gott einen neuen Boten, der diesen Teil der Lehre erneuert.
- Die zentrale Botschaft Bahaullahs ist die Versöhnung der Kulturen und Religionen. Dabei setzt er auf einen mündigen Menschen, der »mit eigenen Augen sehen« und »mit eigenen Ohren hören« soll. Das göttlich inspirierte Schrifttum Bahaullahs bietet eine Richtschnur für ein spirituelles Leben.
- Bahaullah ist das jüngste Glied in der Kette der als gleichwertig betrachteten Religionsstifter. Auf ihn werden weitere Boten folgen.
- Zu den wichtigsten sozialen Lehren, für die sich die Bahai besonders einsetzen, zählen: die Gleichwertigkeit von Frau und Mann; Vorurteile jeglicher Art müssen überwunden werden; gleiche Möglichkeiten der Erziehung und Bildung für alle.
- Ein wichtiges Anliegen der Bahai ist der Dialog der Religionen.
Geschichte und Verfassung
- Bahaullah (arab.: »Herrlichkeit Gottes«) ist der Stifter des Bahaitums.
- Bahaullah (1817-1892) stammte aus Persien und verbrachte vierzig Jahre seines Lebens in Gefangenschaft und Verbannung.
- Abdul-Baha (arab.: »Diener Gottes«), Bahaullahs Sohn, wurde von Bahaullah als Nachfolger und Ausleger seines Schrifttums ernannt.
- Abdul-Baha ernannte seinen Enkel Shoghi Effendi zum »Hüter« der Gemeinschaft.
- Seit 1963 steuert das Universale Haus der Gerechtigkeit, welches von den Bahai weltweit gewählt wird, die Angelegenheiten der Bahai-Gemeinde.
- Die Bahai kennen keinen Klerus. Die Gemeinden werden auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene durch »Räte« geführt, deren je neun Mitglieder nach demokratischen Regeln gewählt werden.
Die Bahai-Welt in Zahlen
- Weltweit gibt es laut Encylopedia Britannica über 7 Mio. Bahai — damit rangiert das Bahaitum zwischen Judentum und Konfuzianismus. Nach dem Christentum ist es geographisch am weitesten verbreitet.
- In Deutschland gibt es rund 5.000 Bahai.
Weitere Informationen
- Einen guten Überblick bietet das Buch »Die Bahai: Ein Überblick«
- Die offizielle Website der deutschen Bahai-Gemeinde (www.bahai.de)
- Die offizielle Website der internationalen Bahai-Gemeinde (www.bahai.org)
- Lesen & Suchen im heiligen Schrifttum der Weltreligionen (inkl. Bahai-Schrifttum) (recherche.bahai-studien.de)





