Mein Lieblingszitat
30. August 2008 | Beitrag eingestellt von Karoline | Bisher 3,384 Aufrufe
Es ist zwar schon eine Weile her, dass mir das folgende Zitat im Ruhi 1 Kurs begegnet ist, aber es bewegt mich noch immer:
Ihr gleicht dem Vogel, der sich mit der Kraft seiner mächtigen Schwingen, mit rückhaltlosem, freudigem Vertrauen in die Unendlichkeit der Himmel aufschwingt, bis er unter dem Drang, seinen Hunger zu stillen, gierig zum Wasser und Staub der Erde unter ihm zurückkehrt und, in den Schlingen seines Verlangens verstrickt, sich außerstande sieht, seinen Flug zu den Reichen, aus denen er kam, wieder aufzunehmen. Machtlos, die Bürde abzuschütteln, die auf seinen beschmutzten Schwingen lastet, ist dieser Vogel, der bisher ein Himmelsbewohner war, nun gezwungen, eine Wohnstatt im Staube zu suchen. Darum, o Meine Diener, verunreinigt eure Schwingen nicht mit dem Lehm der Widerspenstigkeit und der eitlen Begier. Lasst nicht zu, dass der Staub des Neides und Hasses sie beflecke, damit ihr nicht gehindert werdet, euch in die Himmel Meiner göttlichen Erkenntnis aufzuschwingen.
(Bahá’u'lláh, Ährenlese 153:6)
Die wunderschöne Metaphorik dieses Zitats hat mich dazu bewegt ein Bild zu malen. Auch wenn ich das Gefühl habe, dass es unvollendet ist, so trifft es meiner Meinung dennoch den Kern der Aussage. Der mächtige Vogel, der sich aufschwingt und unter sich das Dunkel und den Staub zurücklässt. Nur angedeutet ist die Gefahr, dass er sich vom Himmel abwenden und seinen Flug zum Staub der Erde fortführen könnte. Wenn man das Bild betrachtet, scheint es fast unmöglich, dass sich der Vogel dazu entscheidet seinen Himmelsflug abzubrechen. Viel zu verlockend und verheißungsvoll sind die leuchtenden Farben des Himmels.
Was also bringt den Vogel immer wieder dazu, dieser Schönheit den Rücken zu kehren?
Gemeint ist nicht der Spatz, dem wir von der Parkbank aus Brotkrümel zuwerfen. Nein. Gemeint sind wir.
Klar. Es ist leicht, sich unter dem Staub zu verstecken. Es ist leicht, sich dem hinzugeben, was direkt vor der Nase ist. Aber wäre es nicht wunderbar endlich klare Sicht zu haben und auf leuchtende Ziele zuzustreben? Das Potential dafür trägt jeder in sich. Man könnte damit beginnen, sich den Staub aus den Augen zu wischen…
(Das Zitat wurde übrigens von Elika Mahony vertont: “The Bird Which Soareth”.)












Am 5. September 2008 um 12:41 Uhr
Das Zitat gehört auch zu meinen Lieblingszitaten. Ich stimme aber nicht mit der Interpretation überein, dass die Gefahr, sich vom Himmel abzuwenden und sein Leben im Staube zu führen, nur angedeutet ist. Der Ausschnitt stammt meines Wissens aus dem persischen Tablet an Ahmad (nicht das arabische!) und dieser Ahmad wurde später Bundesbrecher. Daher ist dieses Tablet mit seinen kraftvollen Bildern eher eine ernste Warnung, denn eine Andeutung. Die Verheißung sich in den Himmel zu schwingen sollte allen ein kraftvoller Anreiz sein Seinem Bunde treu zu sein.
Peter
Am 8. September 2008 um 00:05 Uhr
hallo peter…die gefahr, sich vom himmel abzuwenden, ist in meinem bild nur angedeutet. im zitat ist es natürlich eine klare warnung. der text, den ich verfasst habe, beinhaltet keine interpretation des zitats, sondern nur meine gedanken zu meinem bild.
viele grüße!