Zum Märtyrertod des Bab – was genau geschah
8. Juli 2008 | Beitrag eingestellt von Nadi | Bisher 1,945 Aufrufe
Morgen (am 9. Juli) begehen alle Bahai in jedem Winkel der Welt den Gedenktag zum Märtyrertod des Bab, des Vorläufers der Bahai-Religion. Unsere Gemeinde trifft sich dafür um 12 Uhr, um dann um 13 Uhr (zur exakten Stunde der Hinrichtung) eine Andacht abzuhalten und der Umstände rund um dieses Ereignis zu gedenken.
Zur Erinnerung an uns alle habe ich im folgenden einen kurzen Auszug aus der Geschichte, welche den Märtyrertod des Bab am 9. Juli 1850 beschreibt, ausgewählt. Dieser findet sich in dem Buch “Auf den Pfaden der Gottesliebe” von Abdul-Baha:
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Mírzá Hasan Khán [der Bruder des damaligen iranischen Premierministers, welcher auf dessen Befehl hin den Auftrag ausführen sollte] ließ seinen Farraschenchef (Polizeichef) kommen und gab ihm seine Anweisungen. Sie nahmen dem Báb Seinen Turban und Seine Schärpe ab, die Zeichen Seines hohen Standes als Siyyid, brachten Ihn mit vier Seiner Anhänger in den Kasernenhof von Tabríz, sperrten Ihn in eine Zelle und stellten vierzig christliche Soldaten aus Tabríz ab, Ihn zu bewachen.Nach dem Urteil des gelehrten Geistlichen Mullá Muhammad aus Mámáqán, der zweiten geistlichen Autorität Mullá Mírzá Báqir, der dritten geistlichen Autorität Mullá Murtadá-Qulí und anderer übergab der Farraschenchef am folgenden Tag den Báb und einen jungen Mann namens Aqá Muhammad-Alí, der aus einer vornehmen Familie in Tabríz stammte, an Sám Khán, den Obersten des christlichen Regiments aus Urúmíyyih. Mitten an die Stiege der Zelle, in der sie gefangen waren, wurde ein eiserner Nagel getrieben und zwei Seile daran befestigt. Mit dem einen wurde der Báb aufgehängt, mit dem anderen Aqá Muhammad-Alí, beide in solcher Weise festgebunden, daß der Kopf des jungen Mannes an der Brust des Báb ruhte. Auf den umgebenden Hausdächern wimmelte es von Menschen. Ein Regiment Soldaten trat in drei Reihen an. Die erste Reihe feuerte ihre Salve ab, dann die zweite und zum Schluß die dritte. Die Schüsse verursachten mächtigen Qualm. Als der Rauch sich verzogen hatte, sahen sie den jungen Mann da stehen; der Báb saß neben Seinem Sekretär Aqá Siyyid Husayn in derselben Zelle, an deren Stiege man sie gehängt hatte. Beide waren völlig unverletzt.
Der Christ Sám Khán bat, von seiner Pflicht entbunden zu werden; einem anderen Regiment fiel die Aufgabe zu, und der Farraschenchef hatte nichts dagegen. Aqá Ján Big aus Khamsih, Oberst der Leibwache, trat vor, und sie banden den Báb zusammen mit dem jungen Mann wieder an denselben Nagel. Der Báb sprach einige Worte, die nur die wenigen, die Persisch konnten, verstanden; die anderen hörten nur den Klang Seiner Stimme.
Der Regimentskommandeur erschien persönlich, es war kurz vor Mittag am achtundzwanzigsten Tag des Sha’bán im Jahr zwölfhundertsechsundsechzig [d.H.] (9. Juli 1850). Er gab sogleich Feuerbefehl. Bei dieser Salve zeigten die Kugeln Wirkung, die Leiber [der Opfer] wurden durchsiebt und ihre Glieder völlig zerfetzt, lediglich ihre Gesichter wurden nur geringfügig verletzt.
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Wer sich nun fragt, wer genau nochmal der Bab war und warum man ihn eigentlich so heftig verfolgt hat, sei auf folgende Seite bei www.bahai.de verwiesen, wo sich folgende Zusammenfassung findet:
Die Geschichte der Bahá’í-Religion geht zurück auf das Jahr 1844, als ein junger Mann mit dem Titel Báb (arab.: “Das Tor”) in Persien erklärte, ein Gottesgesandter zu sein und das islamische Religionsgesetz („Scharia“) durch ein neues ersetzte. Viele der Lehren des Báb zielten auf eine Modernisierung der Religion sowie der gesamten Gesellschaft ab. Der Frau räumte Er deutlich mehr Rechte ein, ebenso wie den einfachen Menschen. Seine Religion kannte keinen Klerus, und Er zielte darauf ab, den Machtmissbrauch seitens geistlicher Autorität einzudämmen.
Der Báb gewann in nur kurzer Zeit viele Anhänger. Klerus und Regierung bestritten Seine neue Lehre jedoch heftig. Nach nur sechs Jahren Seines Wirkens, von denen Er den überwiegenden Teil in strenger Haft verbracht hatte, wurde Er schließlich 1850 hingerichtet. Die anschließende Verfolgung durch die politische und geistliche Führung Persiens kostete Tausende Bábi das Leben. Der Báb verkündete auch das baldige Kommen eines weiteren Gottesboten und wird von den Bahá’í als Vorläufer des eigentlichen Religionsstifters Bahá’u’lláh betrachtet, vergleichbar etwa mit Johannes dem Täufer für Christen.











