Auf den Spuren der Geistigkeit – Vertiefungswochenende 09.-11.05.08
11. Juni 2008 | Beitrag eingestellt von Sabrina | Bisher 2,330 Aufrufe
geschrieben von Louise
Es ist ziemlich heiß an diesem Samstag Morgen. Fast zu heiß für eine Vertiefung in einer bestimmt zu stickig- warmen Wohnung mit vielen Wissbegierigen.
Ich stehe vorm Bahnhof in Potsdam. In meinen Händen halte ich einen Stadtplan, mit welchem ich, laut Angaben von Lisa, ganz bestimmt ganz leicht vom Bahnhof zum Veranstaltungsort finden werde. In meinem Kopf sind das Thema des Wochenendes „Die Bedeutung der Geistigkeit für den Einzelnen und die Gesellschaft” und schon ein paar Fragen, die ich mir diesbezüglich schon überlegt habe, abgespeichert.
Ich mache mich also auf den Weg, laufe durch die Straßen von Potsdam, stelle fest, dass es ein wunderschöner Tag ist und beginne mich richtig auf das, was noch kommt, zu freuen.
Und tatsächlich, mir wurde nicht zu viel versprochen, ich finde die Wohnung von Lisa schnell und einfach. Alle anderen Teilnehmer des Wochenendes sind schon da und frühstücken gemütlich. Und es ist auch nicht zu heiß, wie anfangs angenommen. Ich habe es nicht geschafft, schon am Freitag Abend anzukommen, also lasse ich mich erstmal auf den neusten Stand bringen.
Freitags wurden wohl einige äußerst amüsante Kennenlernspiele gespielt, aber ich habe noch nicht wirklich viel verpasst, das Programm beginnt erst am heutigen Morgen.
Wir werden von Behnaz in das Thema eingeführt, die zuallererst erläutert, dass man zwischen fünf Stufen des Geistes unterscheiden muss. So erklärt ’Abdu’l-Bahá in „Beantwortete Fragen“, dass es den Geist der Pflanze und den des Tieres gibt, darauf folgt der Menschengeist, der auch noch mal in zwei Seiten unterteilt wird, die göttliche und die satanische, also eine Seite von „größter Fehlerhaftigkeit“. Die vierte Stufe ist der himmlische Geist, darauf folgt der Heilige Geist.
Anschließend sollen wir die Frage „Was ist Glück“ beantworten. Erst jede für sich, dann in Gruppen. Und natürlich während der Gruppenarbeit besonders kreativ sein, lautet das oberste Gebot. Also entstehen wirklich sehenswerte Plakate, auf welchen jede Gruppe erläutert, was Glück für sie bedeutet. Und da der Flipchart fehlt, müssen eben einfach zwei Teilnehmer herhalten, zwischen die das Poster aufgehängt und dann fachmännisch präsentiert wird.
Christin greift dann in ihrem sehr interessanten Vortrag das Thema auf. Wir erfahren etwas über die noch recht junge Glücksforschung und die Positive Psychologie, dessen Begründer Martin Seligman ist. Besonders interessant dabei: das wahre „Glücklichsein“ über einen längeren Zeitraum kann eigentlich nur durch die Kombination von drei Komponenten erreicht werden: dem so genannten „pleasant life“, was soviel bedeutet wie ein „angenehmes, sorgloses Leben“ zu führen und so viele Glücksmomente zum Beispiel durch den Erwerb materieller Güter zu erfahren; dem „engaged life“, also erfülltem Lebensweg, was auch bedeutet, dass die eigenen Stärken zum Selbstbewusstsein beitragen und es nicht immer nur um Vergnügen geht und dem „meaningful life“ (sinnerfülltes Leben). Wobei letzteres sicher für die Bahá’ís eine besonders interessante Rolle spielt, denn hierbei geht es um das Stärken im Dienst an der Gesellschaft und ums positive Denken an die Zukunft der Menschheit.
„Dieses Glück der Menschen jedoch besteht ausschließlich darin, der Schwelle Gottes, des Allmächtigen, näher zu kommen und den Frieden und die Wohlfahrt jedes einzelnen Angehörigen des Menschengeschlechts, sei er hoch oder niedrig, zu sichern […]“ (’Abdu’l-Bahá).
So steht es auch schon in den Schriften.
Der Tag klingt aus mit einem wunderbaren und köstlichem Abendessen und einem anschließenden Film.
Sonntag
Wieder frühstücken wir alle gemeinsam und lauschen dann gespannt Lisas Vortrag über Fundaec. Anschließend folgt Nayyir. Er beweist uns, dass es möglich ist, in einer Nacht eine Power- Point- Präsentation und einen hervorragenden Vortrag über die Entwicklung der verschiedenen großen Religionen auf die Beine zu stellen und beim Präsentieren sogar munter und vergnügt auszusehen.
Und da die Sonne auch noch Sonntag zeigen will, was sie alles draufhat, entscheiden sich einige der Teilnehmer nach dem Programm noch, einen 11 km langen Spaziergang durch Park Sanssouci zu unternehmen. Das Wochenende hat also einen wirklich gelungenen Abschluss gefunden, auch wenn einige nach dem Marsch ihre Füße kaum noch, den geistigen Zuwachs dafür aber umso mehr spürten.
An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön und dickes Lob an Lisa, die uns ihre Wohnung zur Verfügung stellte, und Behnaz, die mit Lisa gemeinsam das Wochenende organisierte. Außerdem Danke an alle, die einen Vortrag gehalten haben, es war für alle eine Bereicherung.
Beim nächsten Mal sind wieder alle, und hoffentlich noch einige mehr, in Potsdam willkommen.











