Irgendwo liegen die gemeinsamen Wurzeln
22. April 2008 | Beitrag eingestellt von Michael | Bisher 2,557 Aufrufe
Am Sonntag trafen im Haus der Jugend viele verschiedene Religionen aufeinander: Islam, Bahai-
Mit allerlei verschiedenen Essen und Getränken wurden die Gäste des dritten Tags der Religionen im Haus der Jugend am Buffet begrüßt. In entspannter, geselliger Atmosphäre ging es dann aber inhaltlich so richtig zur Sache, nämlich: “gegennebenmiteinander” – so das Motto des Tages.
Danach startete eine Diskussionsrunde, bei der auch sehr kontroverse Themen angesprochen wurden. So klagte einer der Teilnehmer, dass bei einem friedlichen Miteinander Theorie und Praxis sehr weit auseinander drifteten, dass dies in seinen Augen sogar nicht möglich sei. Eine Amerikanerin sah dies ganz anders und beschrieb die verschiedenen Religionen als einen Baum: “Irgendwo liegen die gemeinsamen Wurzeln und die Religionen, die jetzt hier versammelt sind, sind die Äste oder Früchte. Wir alle sind miteinander verbunden.” Hitzige Diskussionen wurden auch beim Thema Assimilation und Vorurteile entfacht. Junge Kopftuchträgerinnen berichteten von Situationen, mit denen sie täglich konfrontiert sind. “Ich erlebe es oft, dass man uns meidet. Bei Bewerbungen bekam ich schon oft zu hören Du bekommst den Job, wenn du dein Kopftuch abnimmst”, sagte eine muslimische Studentin. Auch Deutsche kennen dieses Problem. “Ich weiß auch nicht, wie ich jemanden ansprechen soll, der ein Kopftuch trägt. Man hat Angst, etwas Falsches zu sagen”, berichtete eine Christin. Sie bleibe aber auch bei Nonnen aufgrund der Kopfbedeckung eher auf Distanz. Dass Assimilation niemals erzwungen sein und nicht Identitätsverlust bedeuten dürfe, darüber waren sich aber alle einig. Schwester Mechthilde, Mitorganisatorin des Tages der Religionen, meinte: “Menschen sind oft vorbelastet durch Ängste. Ein offener Dialog erfordert Mut und kostet manchmal auch viel Mühe.”
Wie so ein Dialog der verschiedenen Religionen aussehen könnte, stellten drei Mitglieder der Christlich-Islamischen Gesellschaft in dem Kabarett “K(r)ampf der Kulturen” sehr passend und mit viel Humor dar. So stellte man im ersten Teil den “Ratgeber für Moscheenverhinderungen” vor und schloss mit dem Satz: “Im Unterdrücken und Verhindern können die Kulturen noch viel voneinander lernen.” In der zweiten Runde des Trios standen sich im Duell Muslime und Christ gegenüber, die kein Klischee ausließen. “Bei den Schwaben wird nicht gelacht, wenn es um Religion geht”, polterte der Laienschauspieler und hatte damit alle Lacher auf seiner Seite.
Zum Abschluss hielten alle eine gemeinsame Andacht ab. Gebete und Lieder aus verschiedenen Religionen wurden im friedlichen Miteinander gesprochen und gesungen.











