Print This Post  Niederländische Radiostation bringt Sendung über Situation der Bahá’í in Ägypten

14. Dezember 2007 | Beitrag eingestellt von Sabrina | Bisher 2,231 Aufrufe

radio1Die Radiostation “Radio Netherlands Worldwide” produzierte letzte Woche einen Aufmacher zur religiösen Freiheit in Ägypten, besonderes Augenmerk lag dabei auf der Bahá’í-Gemeinde. Es wurde die Geschichte eines ägyptischen Bahá’í erzählt, der berichtete, was passierte, als er in ein Regierungsbüro in Kairo ging und einen Personalausweis beantragte. Dieser wurde ihm verweigert. Ohne diesen kann er keine Arbeit annehmen, keine Ausbildung beginnen, kein Konto bei einer Bank eröffnen oder einen Führerschein machen.

Man kann sich die Sendung online auf der englischen Seite des Radiosenders hier anhören: www.radionetherlands.nl/thestatewerein/

Jeder, der auf den Link klickt zeigt Interesse an diesem Thema — und der Radiosender nimmt wahr, wieviele Menschen ihre Aufmerksamkeit darauf richten. Wenn man auch nur wenige Minuten der Show anhört, demonstriert man, dass man diese Geschichte als wichtig empfindet und unterstützt die Idee dieses Thema in Zukunft wieder ins Programm zu nehmen.

Für diejenigen, die des Englischen nicht so mächtig sind, sich den Beitrag anzuhören, hier eine zusammenfassende Übersetzung der Geschichte. Naím Nabil (ich hoffe der Name ist richtig geschrieben) ist 22 Jahre alt. Er kommt aus einer Bahá’ífamilie, die bereits seit mehreren Generationen in Ägypten lebt.

Er war Student an einer Universität. Vor 2 Jahren wurde er exmatrikuliert, als er gerade in seinem Abschlussjahr war. “Warum? Weil ich keinen Personalausweis oder eine nationale Identitätsnummer habe, weil ich Bahá’í bin.” erzählt er im Interview. “Ich weiß nicht wie ich an die Universität zurück kann, weiß nicht, wie ich eine Arbeit finden soll. Mein Vater ist gestorben, ich muss meine Familie unterstützen, meine Mutter und meinen Bruder. Aber ich kann immer noch keine Arbeit finden.” Sein jüngerer Bruder hatte fast die Highschool abgeschlossen, benötigte aber in seinem letzten Jahr ebenfalls einen Personalausweis. “Er hat natürlich keinen und wird den selben Problemen begegnen, wie ich.” erzählt Naím.

Als Naím einen neuen Personalausweis beantragen wollte, hat er als Religion Bahá’í angegeben. Der zuständige Regierungsbeamte hat dies abgelehnt, er sagte “Zeigen Sie mir Ihre Geburtsurkunde damit ich sehen kann, welcher Religion Sie angehören.” Naím berichtet: “Meine Geburtsurkunde bestätigt, dass ich Bahá’í bin. Als ich Ihm dies zeigte, lehnte er die Urkunde auch ab. Er war verwirrt und wurde ärgerlich. Er sagte, dass nur Beamte in Kairo mit dieser Angelegenheit betraut werden dürfen.” Als Naím dann aber zum offiziellen Amt in Kairo ging, lehnten die dortigen Beamten ihn genauso ab. Sie zeigten ihm dicke Ordner und sagten, dass darin alle Anträge von ägyptischen Bahá’í eingeheftet wären, die einen Personalausweis beantragt haben. Das Amt würde keinen dieser Anträge jemals bewilligen. Wenn sie dies tun würden, dann würden sie gleichzeitig Bahá’í als eine offizielle Religion anerkennen. Naím sagt am Ende, dass es ihm nicht darum geht, dass die Beamten seine Religion als diese anerkennen, denn das wäre ganz allein eine Sache zwischen ihm und Gott.

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