Print This Post  Eine Bahai sprach vor den Vereinten Nationen über Verständigung zwischen den Religionen

8. Dezember 2007 | Beitrag eingestellt von Sabrina | Bisher 2,696 Aufrufe

Mitra Deliri vor den Vereinten NationenAm 4. und 5. Oktober diesen Jahres traf sich die Generalversammlung der Vereinten Nationen zu ihrem ersten formalen Dialog auf höchster Ebene. Die Themen handelten von interreligiösem und interkulturellem Verständnis und Zusammenarbeit vor allem Freiheit der Religion und des Glaubens, und die Notwendigkeit von Respekt für die Vielfältigkeit der Religionen und Kulturen. Den Hintergrund für diese Versammlung bildete die am 20.Dezember 2006 veröffentlichte Resolution “Förderung des Dialogs, der Verständigung und der Zusammenarbeit zwischen den Religionen und Kulturen zu Gunsten des Friedens” (A/RES/61/221).

Mitra Deliri aus Tansania war als Vertreterin der Internationalen Bahaigemeinde zu einem Vortrag eingeladen worden. Sie sprach darüber, dass in ihrem Land “große christliche und muslimische Gemeinden Seite an Seite zusammenleben, untereinander heiraten und die jeweils anderen religiösen Feiertage mitfeiern”. Etwa 35 % der Bevölkerung sind islamisch. Im Binnenland von Tansania leben die ca. 35 % Christen, von denen die meisten katholisch sind. Es finden sich in Tansania auch Anhänger der traditionellen Religionen (Naturreligionen), deren Riten von Christen und Muslimen mit beachtet werden.

“Dies ist ein lebendiges Beispiel religiöser Pluralität”, sagte sie. “Das Zusammenleben kam nicht zufällig zustande, sondern als Ergebnis einer Vision und gezielter Unternehmungen der Regierenden von Tansania, die bis auf den ersten Präsidenten des Landes zurückgehen…”, sagte sie.

Es sei wichtig, dass die Regierungen ein Klima schaffen in dem Religions- und Glaubensfreiheit eindeutig gesetzlich vorgeschrieben und in der Praxis aufrechterhalten wird. “Solch ein Klima muss frei von Anstiftung zur Gewalt oder Feindseligkeit im Namen der Religion sein”, sagte sie. “Wo streitbare Ansichten über Religionen geäußert werden, liegt es in der Verantwortung des Staates das Recht auf Erwiderung zu gewährleisten.” Im Rahmen der Veranstaltung empfahl sie eine Reihe von Strategien, die religiöse und interkulturelle Verständigung fördern. Darunter eine verpflichtende Bildungspolitik und Lehrpläne zu Religion und Erziehung oder auch das Verwenden von Nachrichtenmedien um Respekt zu fördern, Konflikte zu vermeiden und soziale Verträglichkeit zu erzielen.

Zweidutzend Vertreter internationaler Nicht-Regierungs- und Religionsorganisationen sprachen vor der Generalversammlung. Die Anhörung zum Thema interreligiöse und interkulturelle Verständigung wurde am nächsten Tag zwischen hohen Regierungsvertretern weitergeführt. Der Vorsitzende der Generalversammlung Srgjan Kerim (Mazedonien) machte in seiner Abschlussrede deutlich, dass “dieser Dialog und die Message in die Gemeinden überall in die Welt getragen werden muss”.

Die Bahai-Religion mit ihrem Glauben an die Einheit der Menschheit und die Einheit der Religionen fördert schon seit langem religiöse Harmonie und unterstützt den interreligiösen Dialog und interreligiöse Aktivitäten.

Morgen, am 9.Dezember begeht Tansania seinen Unabhängigkeitstag, in diesem Sinne möchte ich mit dem folgenden Verborgenen Wort schließen:

O Menschenkinder!
Wißt ihr, warum Wir euch alle aus dem gleichen Staub erschufen? Damit sich keiner über den anderen erhebe. Bedenket allzeit in eurem Herzen, wie ihr erschaffen seid. Da Wir euch alle aus dem gleichen Stoff erschufen, ziemt es euch, wie eine Seele zu sein, auf selbem Fuße zu wandeln, in gleicher Weise zu essen und im selben Lande zu wohnen, auf daß aus eurem innersten Wesen durch eure Werke die Zeichen der Einheit und das Wesen der Loslösung offenbar werden. Solches rate Ich euch, o Scharen des Lichts. Achtet wohl auf diesen Rat, damit ihr die heiligen Früchte vom Baume wundersamer Herrlichkeit erlanget. (arab. 68)

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