Auch Augustinus tröstete die Hinterbliebenen…
16. Oktober 2007 | Beitrag eingestellt von Nadi | Bisher 2,695 Aufrufe
“Unsere Toten sind nicht abwesend sondern nur unsichtbar. Sie schauen mit ihren Augen voller Licht in unsere Augen voller Trauer.”
So begann die Rede bei der Beerdigung unseres guten Freundes. Wir durften an das Licht in seinen Augen denken, an sein Strahlen, seine Güte und Wärme und an seinen immer vorhandenen Humor. Für die Hinterbliebenen ist es immer schwierig, sich zu verabschieden. Für den, der gegangen ist, ist es nur ein “nebenan”.
Es war eine Bahai-Beerdigung. Wir durften Zitate und Gebete aus den Bahai-Schriften hören, die uns Trost und Zuversicht spendeten. Es war ein würdevoller Abschied – für einen Menschen, dessen Dienstbarkeit, Geduld, Bescheidenheit und Liebe für uns immer ein Vorbild sein wird.
So hörten wir auch die folgende Textstelle:
Ein Freund fragte: »Wie soll man dem Tod entgegensehen?«
Abdu’l-Baha antwortete:
Wie sieht man dem Ende einer Reise entgegen? Mit Hoffnung und Erwartung. So ist es auch mit dem Ende dieser Erdenreise. In der nächsten Welt wird der Mensch sich von vielen Unzulänglichkeiten, unter denen er jetzt leidet, befreit fühlen. Wer durch den Tod gegangen ist, lebt in einer eigenen Sphäre. Sie ist der unsrigen nicht entrückt: ihr Wirken im Königreich ist das unsrige. Aber sie ist geheiligt von dem, was wir Raum und Zeit nennen. Unsere Zeit wird nach der Sonne gemessen. Wenn es keinen Sonnenaufgang und keinen Sonnenuntergang mehr gibt, so gibt es für den Menschen auch nicht mehr diese Art von Zeit. Die Aufgestiegenen haben Merkmale, die sich von den Eigenschaften derer unterscheiden, die noch auf Erden sind. Doch besteht keine wirkliche Trennung zwischen ihnen.
In den “Ansprachen in Paris” zeigt Abdu’l-Baha uns weitere wunderschöne Bilder:
Wenn ein Käfig, in dem ein Vogel ist, zerstört wird, bleibt der Vogel unverletzt. Wenn ein Lampenzylinder springt, kann doch die Flamme noch hell weiterbrennen.
Das gleiche gilt für den Geist des Menschen. Wenn auch der Tod seinen Körper zerstört, so hat er doch keine Macht über seinen Geist, der ewig, dauernd und frei von Geburt und Tod ist.
Der Anlass füllte uns zwar mit einer gewissen Traurigkeit, einer Sehnsucht nach seiner irdischen Person, nach seinem Lächeln und seinem Zwinkern in den Augen. Aber gleichzeitig füllte er uns mit Freude: Freude darüber, dass er jetzt frei ist. Seine Seele darf ihre Reise in die ewigen Welten antreten, befreit vom Körper und vom Leid dieser Welt. Wir freuen uns für ihn und sind dankbar, dass wir ihm begegnen durften, dass wir von ihm lernen durften, und dass er Spuren in unser aller Leben hinterlassen hat.
Unsere Gebete sind immer bei Dir!
Gib, o mein Herr, daß die zu Dir Emporgestiegenen Zuflucht finden bei Ihm, dem erhabensten Gefährten, und im Schatten des Königszeltes Deiner Erhabenheit und des Heiligtums Deiner Herrlichkeit wohnen. Benetze sie, o mein Herr, aus dem Meere Deiner Vergebung mit dem, was sie würdig macht, in Deinem erhabensten Reich und Deinem allhöchsten Hoheitsgebiet zu weilen, solange Deine unumschränkte Herrschaft währt. Mächtig bist Du zu tun, was Dir gefällt.
Bahaullah











