Print This Post  Die Fehler der anderen…

11. Oktober 2007 | Beitrag eingestellt von Nadi | Bisher 2,052 Aufrufe

Tansania

… üble Nachrede verlöscht das Licht des Herzens und erstickt das Leben der Seele.

Dies war eines der Zitate von Bahaullah, mit denen wir uns letztens im Ruhi-Studienkreis beschäftigten. Bildhaft stellten wir uns vor, wie üble Nachrede sich wie Schleier und Schatten um unser Herz und unsere Seele legt. Ein ganz schön klares Bild, fanden wir. Wer will schon in seinem Herzen ein erloschenes Licht tragen oder eine Seele, die keinen Lebenshauch mehr spürt!

In den Bahai-Schriften findet man deutlich, dass wir nicht hinter dem Rücken anderer über ihre Fehler und Schwächen reden sollen, dass wir auf die guten Eigenschaften der Menschen achten, und dass wir sie ermutigen und fördern statt entmutigen und erniedrigen sollen. Und doch ist es für viele Menschen so schwer, nicht übel nachzureden. Eine tägliche, sogar oft stündliche Herausforderung.

Lange tauschten wir uns darüber aus, weshalb es in der Gesellschaft heute zum guten Ton gehört, hinter eines anderen Rücken – ob Freund oder Kollege, Familienangehöriger oder Nachbar – seine Fehler und Laster aufzuzeigen. Erhebt man sich selbst, indem man andere herabsetzt? Wohl eine eher armselige Art, sich Status einzuholen. Oder ist es notwendig, die Fehler anderer weiterzutragen, um die Mitmenschen darüber zu “informieren”. Hier ernüchtert das Zitat von Bahaullah

Die Sprache bestimmte Ich zu Meinem Gedenken, besudelt sie nicht mit übler Nachrede. Übermannt euch das Feuer des Selbstes, so gedenkt eurer eigenen Fehler und nicht der Fehler Meiner Geschöpfe; denn ein jeder kennt sich selbst besser als die anderen.

Es ist also der Kampf gegen das eigene Selbst, der uns täglich begleitet. Der Kampf, sich nicht besser, wichtiger, schlauer, weiser, witziger, erfolgreicher, schöner oder größer zu fühlen. “denn ein jeder kennt sich selbst besser als die anderen” – doch dafür muss man ganz schön ehrlich zu sich selber sein…

Das Ruhi-Buch warf die Frage auf, was für eine Welt wir hätten, wenn es keine üble Nachrede mehr gäbe. Uns fielen Begriffe ein wie Vertrauen, Frieden, Ruhe, Liebe…. Ein wahrhaft schöner Ort. Wir überlegten uns, wie man “lästerfreie Zonen” schaffen könnte und wie man sich selber verhalten sollte, wenn andere übel nachreden: weg gehen, Thema wechseln, auf das Gute verweisen, schweigen…

Es ist eigentlich ganz leicht. Meine Oma hat es schon immer gesagt: “Menschen sollten nicht wie die bestäubenden Bienchen sein, und die Nachrichten des einen zum nächsten und zum übernächsten tragen.”

Bahaullah sagt:

Sprich nicht über die Sünden anderer, solange du selbst ein Sünder bist.

Letztlich heißt das dann wohl: NIE

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