Auf der Suche nach dem Schmetterling (Sommerfest II)
28. Juni 2007 | Beitrag eingestellt von Emanuel | Bisher 2,511 Aufrufe
Und Norbert hat noch einen Text zum Bahai-Sommerfest geschrieben, einen herrlichen, liebevollen, geistreichen — hier:
— beigetragen von Norbert —
Erst hatten sich Freunde sehr freudig meiner Einladung angeschlossen, dann aber kurzfristig abgesagt. Sie hatten keine Ahnung davon, was sie versäumen würden und so konnte ich meine Verstimmung über ihre kurzfristige Absage gut wegstecken.
»Ich hatte mir vorgenommen, einen Schmetterling zu suchen!«…, so sagte ich es jedenfalls einem sehr neugierig nachfragenden Bekannten, auf seine Frage, was ich denn dort mache. Kaum angekommen ging ich auch schon auf Suche, ob sich denn ein Schmetterling finden ließe. Große Zelte waren aufgebaut worden, um die erwarteten vielen Besucher auch versorgen zu können. Den Schmetterlingskuchen erblickte ich sofort und probierte auch ein Stück. Delikat, war schmunzelnd mein Urteil.
Die Sträucher boten möglichen Schmetterlingen keine Verweildauer, sie haben ja außer Grün nichts zu bieten. Also machte ich mich in Richtung des Hauses der Andacht auf den Weg, vorbei an den vielen bereits eingetroffenen Gästen. Sie unterhielten sich, begrüßten einander — viele haben sich lange Zeit nicht gesehen. Dann entdeckte ich die Schmetterlinge. Nein, doch nicht — es waren Damen der Gruppe, die sich mit dem Bauchtanz beschäftigten und dazu schmetterlingsbunte Kleidung trug. Bezaubernd anzusehen, genauso wie die Kleinen mit ihrem Krümeltanz. Wie kleine Schmetterlinge hüpften sie über die Bühne, alle ihre Schritte streng im Blick, um ja keinen Fehler zu machen.
Rund um das Haus der Andacht sind viele Blumen angepflanzt, und diese voller Bienen, die ihrer Aufgabe nachgehen und die einzelnen Blüten bestäuben. Sie fliegen von einem Blütenkelch zum anderen. Doch Schmetterlinge waren das nun auch wieder nicht, also musste ich weiter. Im Tempel selber lauschte ich den in vielen Sprachen vorgetragenen Gebeten. Diese stammten auch aus den unterschiedlichsten heiligen Schriften und es ist sicher für viele irritierend, dies in einem Haus der Andacht zu erleben. Inspirierend ist es allemal. Der Chor war in Bestform und auch Angelika Görs, deren Stimme einen hohen Bekanntheitsgrad hat, war zu vernehmen.
Im unteren Bereich standen viele vor den Schrifttafeln, welche den Stand des Glaubens und den Anspruch Bahaullahs verdeutlichten. Doch, Schmetterlinge waren auch dort nicht zu finden — höchsten in mystischer oder symbolischer Form.
Gerade aber wenn man sie nicht sucht, kommen sie einem entgegen. Ein kleines Mädel, so unter fünf, trug ihren Schmetterling mitten im Gesicht. Die Schminkabteilung hatte es so fein herausgeputzt. Es sah so hinreißend aus, so selbstbewusst. Ging so aufrecht, so damenhaft, sprach so klar und deutlich, dass es eine Freude war, sie getroffen zu haben.
Heute weiß ich es genau, es macht Sinn Schmetterlinge zu suchen. Sie geben Freude und Zuversicht und sieht man genau hin, so zwinkern sie einem zu.












Am 29. Juni 2007 um 01:23 Uhr
danke norbert für die idee und geschichte, durch die du eine möglichkeit geschaffen hast, daß auch andere einen so persönlichen einblick in das geschehen of dem sommerfest bekommen. vielleicht gibt es ja irgendwo auch ein foto dieses schmetterlingskindes, wodurch der bericht noch reizvoller geworden wäre im sinne von suchen und – gefunden in kreativer menschlichkeit”
hier gibt es ein beispiel dafür von einem freund und mitglied des “Kreis der Künste in Eutin e.V.”, bei dem ich Gründungsmitglied bin und der auch über die weltweite Flickr.-gruppe aktiv ist:
http://www.flickr.com/photos/wolfsblut/379136920/
dort kann man unter dem suchwort: Bahai auch weltweit fotos und freunde kennenlernen bzw. freundschaften schließen. natürlich alles kostenfrei!