Print This Post  Bahai — Weihnachten — Neujahr: passt das?

31. Dezember 2006 | Beitrag eingestellt von Daniel | Bisher 2,849 Aufrufe

WeihnachtenGerade noch rechtzeitig (hoffentlich, auch nach Moderation ;-) ) eine spannende Frage, welche auf dem Blog Unité dans la Diversité (den Emanuel hier netterweise bekannt gemacht hat) von Patricia behandelt worden ist.

Ich werde hier versuchen, die wichtigsten Punkte ihres Artikels wieder aufzunehmen, und berücksichtige dabei ihrer Autorenrechte (sie ist meine Schwiegermutter!).

Bevor ich weiterschreibe, will ich mich kurz für meine ungenauen deutsche Rechtschreibung, Wortschatz und Kommasetzung entschuldigen! Ich bin nunmal tatsächlich mehr Franzose als Deutscher ! ;-)

Hier will ich dann auch Lesern mit ungenauen französichen Rechtschreibung, Wortschatz und Kommasetzung einladen sich am Unité dans la Diversité-Projekt zu beteiligen.

In ihrem Artikel zitiert Patricia einen langen Auszug eines Briefes des Universalen Hauses welcher auf französisch hier zu finden ist.

Nach einigen Recherchen in Ozean, auf der Bahai-Studien Webseite, oder der Bahai Research Webseite, konnte ich allerdings die deutsche Übersetzung nicht finden, und auf english nur den letzten Teil des Zitats, namentlich ein Auszug von einem Brief von Shoghi Effendi, der folgendermassen geht:

»As regards the celebration of the Christian Holiday by the believers; it is surely preferable and even highly advisable that the friends should in their relation to each other discontinue observing such holidays as Christmas and New Years, and to have their festival gatherings of this nature instead during the Intercalary Days and Naw-Rúz….« Auszug hier zu finden

Da scheint die Antwort auf einmal sehr klar. Was daran aber so eigenartig ist, ist dass online nur dieser Auszug auf english zu finden ist (zumindest nach meiner Internet Recherche — freue mich auf jeden Hinweis), denn der gesamte Auszug der von Patricia zitiert wird, ist viel länger und gibt der ganzen Sache einen anderen Kontext.

Sie fängt erst mit einer kulturellen Analyse von Weihnachten an, um zu zeigen dass tatsächlich nur noch wenige wissen, wo wir stehen, woher das Fest kommt, warum am 25. Dezember, was all diese Traditionen bedeuten.

Und endet mit einem Zitat. Da ich dieses nicht finden konnte, will ich hier kurz den Brief zusammen fassen, in der Hoffnung, den Sinn nicht zu verzerren.

Es handelt sich um einen Brief der Universalen Hauses an den Nationalen Geistigen Rat von Malaisia vom 26 mai 1982.

Das Universale Haus erklärt zuerst, dass Bahai ihren kulturelle Erbe wahren sollten solange dieser nicht gegen die Prinzipien des Glaubens verstossen. Die Weiterführung solcher Traditionen ist ein Zeichen der Einheit in der Vielfalt. Selbst wenn die meisten Feier wohl religiöse Grundlagen haben, sollten die Bahai nicht daran gehindert werden sich an Traditionen zu beteiligen die ihre religiöse Bedeutung mit der Zeit verloren haben, und durch rein kulturelle Traditionen ersetzt worden sind.

Folgt eine Erklärung über die kulturelle Bedeutung von Naw-Ruz im Iran und die damit verbundenen Traditionen die von manchen Bahai in den Glauben »importiert« wurden.

Schliesslich, erklärt das Universale Haus, dass Bahai, bei ihrer Entscheidung an solchen Festen teilzunehmen oder nicht, zwei extreme Verhalten meiden sollten.

Erstens, sollten wir uns nicht von inoffensiven kulturellen Bräuchen abwenden, und uns somit von Freunden, Familien usw… entfernen.

Zweitens, sollten wir nicht ausser Kraft gesetze Anweisungen der vorherigen Offenbarungen weiterführen und somit die Eigenständigkeit des Glaubens gefährden, und unerwünschte Unterschiede in die Bahai Gemeinde einführen.

Schließlich besteht das Universale Haus auf den Unterschied zwischen den Situationen die nur Bahai, oder Bahai und Nicht-Bahai betreffen.

Das Zitat endet schliesslich mit dem oben zitierten Auszug eines Briefes von Shoghi Effendi.

Anhand dieses Zitats und der (sicher ungenauen) Übertragung der Worte des Universalen Hauses, kann sich jeder seine eigene Philosophie konzipieren.
Was an unserer Gemeinde so schön ist, ist ja gerade, dass jeder anhand dieser Elemente unter Berücksichtigung seiner besonderen (Familien-)Situation, machen kann, was er will. Manche feiern, manche nicht, manche machen nur Familientreffen… jeder ist frei, seine Situation an die Anweisungen anzupassen, und manche sprechen auch persönlich (auf english) davon (auf französisch).

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