Jeder Tag…
13. Dezember 2006 | Beitrag eingestellt von Maria | Bisher 1,954 Aufrufe
Dies ist der Tag, da jeder Mensch mit Wahrnehmungskraft den Duft der Brise des Allbarmherzigen in der Welt der Schöpfung entdeckt, da jeder Einsichtsvolle dem Lebenswasser der Gnade seines Herrn, des Königs der Könige, entgegeneilt.
(Aus dem Bahai-Schrifttum: Bahaullah, Botschaften aus Akka)
Wie jeden Morgen dieser Woche — einer Woche im kühl-feuchten Sommer — begann mein Tag mit einem Gähnen und Strecken. Ganz entgegen meinen Gewohnheiten weckte mich die innere Uhr sehr früh — so dass es schon hell war, aber ringsum noch alles schlief. Diese Stille… diese ungewohnte aber geliebte Ruhe, die es den Gedanken erlaubt zu schweifen… hach, wie selten war sie geworden im Alltagsleben.
Wie auch die Tage zuvor zog ich leise ein paar Socken und einen Pulli über den Schlafanzug und schlich leise aus dem Zimmer, stieg in meine Schuhe und trat aus der Tür.
Was mich erwartete, war ein blauer Himmel mit ein paar weißen Wölkchen und ab und an ein Sonnenstrahl, der sich den Weg zur Erde bahnt. Tief atmete ich ein – der Duft des Waldes berührte meine Sinne. Das noch mit Tau bedeckte Moos, die hoch aufgeschossenen, vom Wind leicht gewogenen Bäume, die rauschenden Blätter, die so quirrlich tanzten – all das schien Geschenk, schien Frieden. Ich lief alles beobachtend den Waldweg ganz langsam entlang, um die Ruhe nicht zu übertönen, um den Moment nicht zu schnell zu verlieren.
Ich fing an nachzudenken… darüber, welcher Weg wohl noch vor mir liegen mag…. darüber, wie glücklich ich eigentlich gerade in der letzten Zeit war… doch irgendwas tief im Innern war betrübt. Auf das Warum gab es keine Antwort. Ich hielt inne. Mein Blick erhob sich zu den Wolken und den hervorblitzenden Strahlen der wärmenden Sonne. »Oh God, guide me…« begann meine Stimme ganz zaghaft und leise. Und ich spürte, wie die Sonne mir entgegen schien… ein Gefühl von Freude, von Glück durchströmte mich, meine Stimme schien sich zu überschlagen und ein breites Lächeln zeichnete sich auf mein Gesicht… (Kennt ihr das, wenn man das Lächeln nicht mehr unterdrücken kann???!!!)
Eine solche Ausgeglichenheit, solch innerer Friede, diese Erfüllung — das alles wird mich auf ewig in meiner Erinnerung begleiten als ein Moment des Geschenks, ein Moment des Lebens.
Wäre ich mir doch häufiger bewusst, dass jeder Tag kleine Besonderheiten wie diese in sich trägt
Gib uns sodann aus den Händen Deiner Gnade an jedem Tag und zu jeder Stunde unseres Lebens von den Wassern zu trinken, die das wahre Leben sind, o Du, Der Du der Barmherzigste bist!
(Aus dem Bahai-Schrifttum: Bahaullah, Gebete und Meditation)











