Sehen, wo gar nichts zu sehen ist…
2. Dezember 2006 | Beitrag eingestellt von Nadi | Bisher 1,997 Aufrufe
Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, was Glauben wirklich bedeutet? In der deutschen Sprache sprechen wir von »ich glaube etwas« und »ich glaube an etwas«. Und irgendwie ist beides grundverschieden: Denn wenn ich etwas glaube, dann bin ich mir nicht sicher; doch wenn ich AN etwas glaube, dann bin ich mir GANZ sicher! Seltsam…
So kann ich zum Beispiel zu jemandem sagen: »Ich glaube, dass Du ein guter Mensch bist.« Das flößt meinem Gegenüber nicht gerade ein sehr warmes Gefühl ein, da ja offenbar noch ein kleiner Zweifel mitschwingt. Sage ich ihm aber: »Ich glaube an Dich.« ist das gleich eine ganz andere Aussage und auch ein ganz anderes Gefühl: Vertrauen, Liebe, Wärme.
Ich habe schon oft über die Frage des Glaubens nachgedacht. Manch einer sagt, »glauben» ist weniger als »wissen«. Ich würde sagen, »glauben« ist viel mehr als »wissen«!
Mein Lieblingsgedicht dazu ist schon immer das folgende gewesen, so tief und gleichzeitig so schlicht — genau wie Glauben eben!
THIS IS FAITH
To walk where there is no path,
To breathe where there is no air,
To see where there is no light —
This is Faith.To cry out in the silence,
The silence of the night,
And hearing no echo believe
And believe again and again —
This is Faith.To hold pebbles and see jewels,
To raise sticks and see forests,
To smile with weeping eyes —
This is Faith.To say: »God, I believe« when others deny,
»I hear« when there is no answer,
»I see« though naught is seen —
This is Faith.And the fierce love in the heart,
The savage love that cries:
»Hidden Thou art yet there!
Veil Thy face and mute Thy tongue
Yet I see and hear Thee, Love,
Beat me down to the bare earth,
Yet I rise and love Thee, Love!«
This is Faith.Ruhiyyih Rabbani











