“Welkes Blatt” von Hermann Hesse… und ein paar Ruhi-Gedanken
28. September 2006 | Beitrag eingestellt von Nadi | Bisher 10,967 Aufrufe
Jede Blüte will zur Frucht,
Jeder Morgen Abend werden,
Ewiges ist nicht auf Erden
Als der Wandel, als die Flucht.
Auch der schönste Sommer will
Einmal Herbst und Welke spüren.
Halte, Blatt, geduldig still,
Wenn der Wind dich will entführen.
Spiel dein Spiel und wehr dich nicht,
Laß es still geschehen.
Laß vom Winde, der dich bricht,
Dich nach Hause wehen.
Dieses Gedicht hat gestern einer unserer Ruhi 1-Kurs Teilnehmer mitgebracht … und zu Anfang unserer Diskussionsrunde vorgestellt. Weil es mir so gut gefallen hat, möchte ich es hier mit Euch teilen.
Seit einigen Wochen sprechen wir nun schon in dieser Runde über die Seele und ihr Forschreiten nach dem Tod. Dabei haben auch einzelne Teilnehmer Zitate, Gedichte und Bücher aus den verschiedensten Quellen vorgestellt und damit die Gruppendiskussionen bereichert. Von Dantes Göttlicher Komödie bis zum Kleinen Prinzen — alle kamen schon zu Wort….
Mittelpunkt der Diskussionen, so ist es ja in den Ruhi-Büchern vorgesehen, bilden natürlich die Bahai-Zitate. Um dem Leser ein paar “Einblicke” zu geben, was wir bei den letzten Malen diskutiert haben, eine kleine – wenn auch der Größe des Thema absolut nicht gerecht werdende – Zusammenfassung:
Zur Veranschaulichung wird als Vergleich das Bild des Embryos verwendet, welcher sich im Mutterleib versucht zu vervollkommnen, um nach seiner Geburt in diese Welt so gut wie möglich für das hiesige Leben ausgestattet zu sein. So ähnlich sei es auch mit dem Leben und dem Tod: Unsere Aufgabe hier auf der Erde ist es, uns so weit wie möglich mit Tugenden und geistigen Eigenschaften auszustatten, so dass wir im Moment unseres Todes, der die Befreiung unserer Seele von ihrem Körper darstellt, – oder, um in dem Beispiel des Mutterleibes zu bleiben, die Befreiung des Embryos aus dem engen Mutterleib – in der nächsten Welt mit vollen Kräften voranschreiten können. Das Ziel: in Gottes Nähe zu gelangen! So könnte man also den Tod mit der Geburt in eine neues, von dieser Erde und räumlicher sowie zeitlicher Begrenzung befreites Dasein vergleichen. Das Leben hier ist somit eine wunderbare Gelegenheit, um die Seele für ihre ewige Reise auszustatten. Darum sollten wir es gut nutzen, sinnvoll gestalten und natürlich auch genießen!
Der Tod bietet jedem vertrauenden Gläubigen den Kelch dar, der in Wahrheit Leben ist. Er schenkt Freude und ist ein Bote des Frohsinns. Er verleiht die Gabe ewigen Lebens.
(Bahaullah, Ährenlese)
P.S. Lieber “Herr Tutor” unseres Ruhi-Kurses! Ich hoffe, Du bist mit meiner Zusammenfassung einverstanden und zur Belohnung darf ich beim nächsten Mal vom “Zusammenfassen des letzten Males” befreit werden.











