Print This Post  Vier Lastwagen voll mit Bänken

27. Juni 2006 | Beitrag eingestellt von Emanuel | Bisher 2,862 Aufrufe

SommerfestBahai-Sommerfest findet mit über 2000 Besuchern erneut große Resonanz

Wiesbadener Kurier vom 27.06.2006 — von Martina Weyand-Ong

LANGENHAIN Nummernschilder aus ganz Deutschland und den angrenzenden Benelux-Ländern wiesen wieder ein internationales Publikum beim Bahai-Sommerfest aus, das in diesem Jahr zum elften Mal mit großem Erfolg stattfand. Mit über 2000 Besuchern war die Resonanz zwar ein wenig geringer als im vergangenen Jahr zum 100-jährigen Bestehen der deutschen Bahai-Gemeinde. Dennoch stand das traditionelle Sommerfest, das auch wieder viele Langenhainer und Besucher aus der Region anzog, auch dieses Mal knapp vor der absoluten Kapazitätsgrenze. Bereits am Nachmittag waren bei den hochsommerlichen Temperaturen alle Getränke (die beim Sommerfest stets ausschließlich alkoholfrei sind) ausgegangen und mussten nachgeordert werden. Ebenso waren die halbe Tonne Wassermelonen sowie der beliebte persische Reis ruckzuck weg.

Das Fest, das vom späten Vormittag bis zum frühen Abend mit einem ausgewählten und bunt gemixten Bühnenprogramm und vielen internationalen Essensständen aufwartete, war wieder eine organisatorische Meisterleistung. Allein vier Lkw-Ladungen brauchte es im Vorfeld, um eine ausreichende Anzahl von Bänken und Tischen heranzukarren. Über 50 Mülleimer sorgten dafür, dass die schöne Parkfläche rund um das “Bahai-Haus der Andacht” sauber blieb. Und schon am Vortag waren viele Helfer emsig mit dem Aufbau der unzähligen Pavillons beschäftigt.

Dass das speziell für die Ausrichtung des Sommerfestes gebildete und vom Nationalen Geistigen Rat der Bahai beauftragte Referat als Wunschziel von der Ausdehnung der zur Verfügung stehenden Örtlichkeit rund um das Bahai-Haus der Andacht für diesen alljährlichen Besuchermagneten träumt, ist verständlich. Schön wäre es, wenn der zurzeit noch beim Sommerfest als Zusatzparkplatz ausgewiesene Acker mit in den schönen Park rund um das Haus der Andacht integriert werden könnte, betonte Wolfgang Weber vom “Referat Sommerfest”. Schließlich sei das Fest aus einem der übergeordneten Leitgedanken der Bahai-Religion – “Einheit in der Vielfalt” – heraus entstanden, um die Weltgemeinschaft zu fördern und etwaige Berührungsängste oder Hemmschwellen bezüglich dieser Weltreligion auch in der unmittelbaren Nachbarschaft zu überwinden.

“Die Bahais wollen sich in die Gemeinschaft integrieren”, sagte Wolfgang Weber. Dass das ganz gut gelungen ist, zeigte sich auch wieder bei diesem Sommerfest. Anwohnerbeschwerden durch parkplatzsuchende Besucher sind bereits in den letzten Jahren rar geworden. Und auch dieses Mal wurden die ausgewiesenen Stellflächen auf den angrenzenden Wiesen picobello, und ohne die sonst bei solchen Großveranstaltungen üblichen Müllberge, hinterlassen. Es gab sogar auch wieder einige Langenhainer, die sich dem aus rund 250 Ehrenamtlichen bestehenden Helferteam angeschlossen haben. Bei den Standardhelfern war auch eine 30-köpfige indische Familie aus Offenbach mit dabei. Und extra aus England war in diesem Jahr wieder das Team rund um die Pommesmaschine angereist.

Neben den beliebten Essens-Angeboten aus aller Herren Länder gab es auch wieder für die vielen kleinen Besucher verlockende “Sü�ße Spieße”. Neben einer Rollenrutsche und einer Hüpfburg gab es erstmalig auch ein kleines Kinderkettenkarussell als Attraktion. Daneben konnte gemalt oder Speckstein bearbeitet werden, während die Eltern in aller Ruhe dem reichhaltigen Programm auf der Bühne lauschen konnten. Einer der Höhepunkte des Sommerfestes war der Auftritt des rund 100-köpfigen Chors der “Stimmen Bahas” bei den zwei Andachten im Bahai-Haus der Andacht.

Quelle: Wiesbadener Kurier

Eine Reaktion zu “Vier Lastwagen voll mit Bänken”

  1. Robert

    Hallo Freunde,
    während des Festes machte ich mir im Schatten eines Baumes einige Notizen. Dazu muß ich sagen, daß ich erst seit einigen Monaten Bahá’í bin und das erste Mal auf dem Sommerfest war:

    “Hinter dem Haus der Andacht sehe ich ein großes Flugzeug in den Himmel steigen und tatsächlich steht es symbolisch für meine eigene Erhebung an diesem wundervollen Ort.

    Der Frieden der mich erfüllt ist das Ergebnis einer geistigen Reise im Tempelinneren. Selbst dessen Bauweise bündelt die Lichter zu einem Strahl, der sich aus der Mitte des Raumes gen Himmel erhebt, bis er die zarte Hülle der Erde erreicht und sich um den ganzen Erdball ergießt. In der Freunde Antlitz spiegelt sich Freude um Freude wie eine unversiegbare Quelle. Sowohl in geselliger Runde, als auch im andächtigen Rückzug fliesst wahres Leben aus den königlichen Lüften des Reiches Abhá herab. Der Duft dieser Geistigkeit weht aus jeder Pore der versammelten Gemeinschaft. Getragen vom engelsgleichen Gesang des Bahá’í-Chores, treiben die Menschenseelen in einem Meer von Erbarmen und tief aus unseren Herzen ruft eine Stimme in bebender Sehnsucht: »Sind wir nicht eins vor Seinem Angesicht?«

    Ich bin den Tränen nahe vor Freude, denn dies begehrt mein Herz, und die Herzen der Anwesenden, das fühle ich, wenn ich in ihre Augen schaue.

    Unendlich leicht und ungezwungen treffen Blicke aufeinander und ganz stark herrscht das Gefühl vor, daß wir uns alle kennen, selbst wenn wir uns noch nie gesehen hatten. Wie unbarmherzig zeigte sich hier jede Verstellung, die einer Mauer gleich zwischen unser Einssein gebaut würde. Doch an diesem Tage können wir uns zeigen, hinaustreten aus unserem begrenzten, engen Selbst und eine Note werden im Lied der Einheit, eine Welle im wogenden Meer der Gnadengaben Seines Reichtums. Mit Freude geben sie sich füreinander hin und zeigen der Welt, was es bedeutet, eine leuchtende Zelle im Menschheitskörper zu sein.

    Mein Herz erfährt in diesem weiten Bewußtsein eine Zufriedenheit, die mit irdischer Freude nichts mehr gemein hat. Die ganze Umgebung des Hauses der Andacht ist ruhig und friedlich. Die ganze Schöpfung preist die Vortrefflichkeit ihres Schöpfers und in diesen Lobpreis stimmen wir strahlend und jauchzend mit ein.”

Einen Kommentar schreiben

du mußt angemeldet sein, um kommentieren zu können.


Beiträge zu ähnlichen Themen (meint jedenfalls der Computer)