Print This Post  Siehe, es ging ein Sämann aus, zu säen…

27. Juni 2006 | Beitrag eingestellt von Nadi | Bisher 3,030 Aufrufe

SaatGestern Abend hatten wir wieder unsere Andachtsversammlung. Dabei werden jeden Monat mit musikalischer Untermalung Zitate aus den Heiligen Schriften der großen Religionen gelesen, jeweils zu unterschiedlichen Themen. Der gestrige Abend drehte sich um das Wesen der Seele: was sie ist, woher sie kommt, wohin sie geht und was ihr zum Wachstum verhilft. Es war wirklich sehr sehr schön, vor allem, weil mir wieder bewusst wurde wie ähnlich sich die Religionen in diesen essentiellen Fragen doch sind. Es ist immer wieder eine Wohltat, dies zu spüren; vor allem in einer Zeit heftigster tagespolitischer Streitereien, bei welchen es mehr um Machtgewinn als um geistige Wahrheiten geht.

Nach den Lesungen saßen wir noch nett beisammen, bei Tee, Keksen und Obst, und unterhielten uns über das Gelesene. Besonders ergriff mich das ja so oft zitierte Gleichnis vom Sämann:

An demselben Tage ging Jesus aus dem Hause und setze sich an den See. Und es versammelte sich eine große Menge bei ihm, so dass er in ein Boot stieg und sich setzte, und alles Volk stand am Ufer. Und er redete vieles zu ihnen in Gleichnissen und sprach: Siehe, es ging ein Sämann aus, zu säen. Und indem er säte, fiel einiges auf den Weg; da kamen die Vögel und fraßen´s auf. Einiges fiel auf felsigen Boden, wo es nicht viel Erde hatte, und ging bald auf, weil es keine tiefe Erde hatte. Als aber die Sonne aufging, verwelkte es, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es. Einiges fiel unter die Dornen; und die Dornen wuchsen empor und erstickten´s. Einiges fiel auf gutes Land und trug Frucht, einiges hundertfach, einiges sechzigfach, einiges dreißigfach.

So hört nun ihr dies Gleichnis von dem Sämann:
Wenn jemand das Wort von dem Reich hört und nicht versteht, so kommt der Böse und reißt hinweg, was in sein Herz gesät ist: das ist der, bei dem auf dem Weg gesät ist. Bei dem aber auf felsigen Boden gesät ist, das ist, der das Wort hört und es gleich mit Freuden aufnimmt; aber er hat keine Wurzel in sich, sondern er ist wetterwendisch; wenn sich Bedrängnis oder Verfolgung erhebt um des Wortes willen, so fällt er gleich ab. Bei dem aber unter die Dornen gesät ist, das ist, der das Wort hört, und die Sorge der Welt und der betrügerische Reichtum ersticken das Wort, und er bringt keine Frucht. Bei dem aber auf gutes Land gesät ist, das ist, der das Wort hört und versteht und dann auch Frucht bringt; und der eine trägt hundertfach, der andere sechzigfach, der dritte dreißigfach.

Matthäus, 13: 1-8 und 18-23

Und ich stellte mir die Frage: In der Hoffnung, nicht auf dem “Weg” oder auf “felsigem Boden” zu wurzeln – was kann man denn selber tun, um das “gute Land” zu düngen und zu pflegen, um viele, gute und gesunde Früchte zu tragen, und im ständigen Kampf gegen Dornen der Sieger zu bleiben?

Willenskraft, Beten um Führung und Standhaftigkeit, Heilige Schriften lesen und tief darüber nachdenken, gute Taten tun im Dienst an der Menschheit … und was noch?

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